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Ai Weiwei-Retrospektive in Brüssel eröffnet

In der Patrick Derom Gallery hat die erste große Ai-Weiwei-Retrospektive in Belgien begonnen. Eine begleitende Präsentation folgt im Musée Émile Verhaeren in Puurs-Sint-Amands.

Die Patrick Derom Gallery in Brüssel hat am 19. September 2026 die Ausstellung „Ai Weiwei: The Art of Defiance“ eröffnet. Es ist die erste große Retrospektive des chinesischen Künstlers und Aktivisten Ai Weiwei in Belgien. Die Schau läuft in Brüssel bis zum 14. November 2026. Eine ergänzende Präsentation im Musée Émile Verhaeren in Puurs-Sint-Amands eröffnet am 20. September 2026 und ist bis zum 13. Dezember 2026 zu sehen.

Die Retrospektive in der Patrick Derom Gallery führt zentrale Werkphasen aus vier Jahrzehnten zusammen. Sie verknüpft dokumentarische, skulpturale und installative Arbeiten, die sich mit kulturellem Erbe, individueller Freiheit und staatlicher Macht auseinandersetzen. Der Fokus liegt auf Ai Weiweis konsequenter Verbindung von künstlerischer Form und politischer Haltung. Gezeigt werden unter anderem Fotoarbeiten, Materialassemblagen und großformatige Installationen, in denen der Künstler Muster der Zensur, den Umgang mit Geschichte und die Fragilität von Wahrheit verhandelt. Kuratorisch wird die Entwicklung von frühen, konzeptuell geprägten Serien bis zu jüngeren Arbeiten aus industriellen Alltagsmaterialien nachvollziehbar gemacht.

Das Musée Émile Verhaeren stellt eine inhaltliche Brücke zur belgischen Literatur- und Ideengeschichte her. Im Mittelpunkt steht die Beziehung zwischen dem belgischen Dichter Émile Verhaeren und Ai Qing, dem Vater Ai Weiweis. Übersetzungen und Rezeptionen von Verhaerens Werk in China, an denen Ai Qing maßgeblich beteiligt war, bilden den Rahmen, um Ai Weiweis künstlerische Sprache zwischen Poesie, Revolte und Erinnerung zu lesen. Diese Kontextualisierung ordnet die belgische Zweigstelle der Retrospektive kulturhistorisch ein und verankert die Präsentation in einem Dialog zwischen belgischer Moderne und chinesischer Gegenwartskunst.

Die Veranstalter betonen die Relevanz der Werke für aktuelle Debatten über Meinungsfreiheit und den Schutz von Kulturgütern. In Belgien, wo Kunstinstitutionen regelmäßig internationale Positionen der Gegenwart zeigen, erweitert die Doppelpräsentation den Blick auf Praktiken des Protests in der Kunst und deren gesellschaftliche Resonanz. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der die Werkgruppen, den kuratorischen Zugang und die historischen Bezüge dokumentiert.

Öffnungszeiten, Begleitprogramm und Ticketinformationen sind bei den Institutionen abrufbar. Entscheidend für den Auftakt ist: Die Hauptausstellung in Brüssel ist seit dem 19. September 2026 geöffnet, die zweite Station in Puurs-Sint-Amands folgt am 20. September 2026. Beide Orte tragen die Retrospektive bis in den Spätherbst hinein und verorten Ai Weiwei in Belgien zugleich in einer gegenwartsbezogenen und einer kulturhistorisch erweiterten Perspektive.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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