Belgien begeht heute, am Sonntag, 20. September 2026, eine Rekordausgabe der Autovrije Zondag. Nach Angaben der Organisatoren und beteiligter Kommunen machen landesweit mehr als 70 Städte und Gemeinden mit. Erstmals schließen sich rund 20 Gemeinden aus Wallonien an. In mehreren flämischen Orten werden darüber hinaus erstmals im Rahmen der Aktion Luftqualitätsmessungen durchgeführt, um kurzfristige Effekte auf Schadstoffkonzentrationen festzuhalten.
In der Hauptstadt ist der autofreie Tag traditionell besonders weitreichend: Die gesamte Region Brüssel-Hauptstadt ist heute für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Die Verkehrsbetriebe bieten ein verstärktes Angebot; Fahrten sind nach Angaben der MIVB/STIB kostenlos. Behörden und Veranstalter verweisen auf zusätzliche Räume für Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende sowie auf Informations- und Mitmachangebote zur städtischen Mobilität.
Auch mehrere große Städte in Flandern richten zeitlich begrenzte, teils großflächige Zonen ohne Autoverkehr ein. Antwerpen, Brügge, Ostende und Leuven kündigten Programme mit lokalen Schwerpunkten an, die von temporären Spielstraßen über geführte Radtouren bis zu Verkehrssicherheitsaktionen reichen. Kommunale Hinweise benennen Sperrzeiten, Umleitungen für den Lieferverkehr und Ausnahmen, etwa für Einsatzfahrzeuge oder notwendige Zufahrten.
Die Luftqualitätsinitiative wird von der interregionalen Mess- und Fachstelle IRCEL-CELINE begleitet. Sie koordiniert heute ergänzende Erhebungen zu Stickstoffdioxid und Feinstaub in ausgewählten Gemeinden. Die Auswertung soll zeigen, inwieweit die Verkehrspause messbare Veränderungen gegenüber typischen Sonntagen bewirkt. Fachleute betonen, dass punktuelle Messkampagnen Langzeitbeobachtungen nicht ersetzen, aber Hinweise für die Wirkung einzelner Maßnahmen liefern.
Die Autovrije Zondag ist Teil der landesweiten Mobilitätswoche, die auf nachhaltige Alternativen zum privaten Auto aufmerksam macht. In den Vorjahren schwankte die Zahl der teilnehmenden Orte, je nach regionaler Ausrichtung und lokalen Ressourcen. Die jetzige Rekordbeteiligung wird von den Organisatoren als Signal gesehen, dass das Format breiter verankert ist. Ob und in welchem Umfang aus der Sichtbarkeit heute dauerhafte verkehrspolitische Schritte folgen, ist offen und bleibt Aufgabe der regionalen Regierungen und Kommunen.
Der heutige Aktionstag ist als Einladung angelegt, den öffentlichen Raum anders zu nutzen und Wege zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln auszuprobieren. Zugleich testen Verwaltungen Abläufe für großflächige temporäre Sperrungen, etwa bei Großveranstaltungen oder Bauphasen. Erste Rückmeldungen zu Ablauf und Messdaten werden nach Abschluss des Tages erwartet.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).