Die flämische Mobilitätsministerin Annick De Ridder hat am 5. September 2026 entschieden, die angekündigte Abschnittskontrolle auf dem provisorischen Bypass neben dem Antwerpener Ring nicht zu installieren. Der Bauherr der Oosterweelverbinding, Lantis, hatte die Maßnahme angeregt, um die Geschwindigkeit auf der temporären Fahrstrecke niedrig zu halten und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
De Ridder begründete ihre Ablehnung damit, dass für diesen Abschnitt bislang kein hinreichender Nachweis einer dauerhaften Gefährdungslage durch überhöhte Geschwindigkeit vorliege. Vorrang hätten infrastrukturelle Eingriffe und das Verkehrsmanagement. Erst wenn sich daraus kein ausreichender Sicherheitsgewinn ergebe oder statistisch belegte Unfallschwerpunkte bestünden, komme eine Abschnittskontrolle in Betracht. Mit dieser Linie knüpft die Ministerin an ihre generellen Kriterien zur Anwendung von Streckenradar an, die sie im Vlaams Parlement seit Monaten vertreten lässt.
Der Bypass ist Teil der Bauphasen rund um die Oosterweelverbinding und soll den Verkehr während der Arbeiten am und um das Viaduct van Merksem entflechten. Lantis bereitet seit Monaten Beschilderung, Spurführungen und temporäre Ausfahrten vor. Die nun verworfene technische Vorbereitung einer Abschnittskontrolle sollte ursprünglich ein gleichmäßiges Geschwindigkeitsniveau sichern; stattdessen setzen die Behörden zunächst auf bauliche Führung, variable Anzeigen, Tempolimits und mobile Kontrollen.
Für Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer in Antwerpen bedeutet die Entscheidung konkret: Auf dem Bypass wird zum Start keine automatische Durchschnittsmessung aktiv sein. Polizei und Verkeerscentrum koordinieren weiterhin Engpassmanagement und Verkehrssteuerung, insbesondere in der An- und Abfahrt zu den stark belasteten Abschnitten der R1. Lantis kündigte an, die Situation nach Inbetriebnahme eng zu beobachten und Vorschläge bei Bedarf anzupassen.
Medienberichte und offizielle Unterlagen bestätigen die Kernpunkte: Der Vorschlag einer Abschnittskontrolle ging von Lantis aus; die Entscheidung, diese vorerst nicht umzusetzen, traf De Ridder am 5. September 2026. Aussagen zur Wirksamkeit von Abschnittskontrollen bleiben damit eine politische und fachliche Abwägung. Ob der Standort später doch mit Streckenradar ausgestattet wird, hängt laut Ministerium von weiteren Messdaten, der Unfalllage und der Bewertung alternativer Maßnahmen ab.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).