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Flandern beauftragt Fluvius, den Rückbau des Erdgasnetzes zu planen

Die Flämische Regierung hat am 16. September 2026 den Verteilnetzbetreiber Fluvius angewiesen, einen Fahrplan für die schrittweise Stilllegung von Erdgasleitungen zu erarbeiten. Ziel ist Klimaneutralität bis 2050.

Die Flämische Regierung hat am 16. September 2026 den Verteilnetzbetreiber Fluvius formell beauftragt, die schrittweise Stilllegung des Erdgasnetzes in Flandern vorzubereiten. Fluvius soll regionale Prioritäten, technische Machbarkeit, Versorgungssicherheit und soziale Folgen zu einem verbindlichen Fahrplan bündeln. Der Schritt ist Teil der flämischen Klimastrategie mit dem Ziel, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.

Zunächst geht es nicht um Abschaltungen, sondern um Planung: Fluvius soll festlegen, in welchen Gebieten Leitungen zuerst außer Betrieb genommen oder umgenutzt werden können und welche Alternativen – etwa Wärmepumpen, Fernwärme oder erneuerbarer Gasersatz – lokal realistisch sind. Begleitend will die Flämische Regierung einen rechtlichen Rahmen für den künftigen Wasserstoffmarkt schaffen und Schnittstellen zwischen Erdgas-, Wasserstoff- und Stromnetzen klar regeln.

Die Regulierungsbehörde VREG und Fluvius sollen die Investitionsplanung eng abstimmen und mit dem laufenden Investitionsplan 2026–2035 verzahnen. Dabei stehen zwei heikle Fragen im Zentrum: Wie werden bestehende Vermögenswerte im Erdgasnetz abgeschrieben, und wie werden entstehende Kosten fair verteilt? Frühere Kalkulationen weisen auf beträchtliche Restwerte hin; konkrete Beträge nannte die Regierung am Dienstag nicht. Klar ist, dass die Entscheidungen Auswirkungen auf Netzentgelte und öffentliche Haushalte haben können.

Besonderes Augenmerk gilt dem Schutz vulnerabler Haushalte und der Vermeidung von Versorgungslücken. Die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr erhöht die Anforderungen an das Stromnetz; deshalb soll die Planung mit dem Übertragungsnetzbetreiber Elia koordiniert werden. Kommunen und Verteilnetzbetreiber werden in die Gebietsauswahl einbezogen, um lokale Gegebenheiten und bereits begonnene Projekte zu berücksichtigen.

Politische Vertreter betonten, dass Zwangsabschaltungen als letztes Mittel zu prüfen seien und rechtlich wie sozial sensibel bleiben. Ein allgemeiner Zeitplan für einzelne Gemeinden liegt noch nicht vor. Die Regierung kündigte an, über Zwischenschritte, Kriterien und regionale Reihenfolgen zu informieren, sobald Fluvius und VREG ihre Analysen vorgelegt haben.

Mit dem Auftrag schafft Flandern erstmals einen strukturierten Prozess, um den Ausstieg aus dem Erdgasnetz langfristig und koordiniert zu gestalten. Der Erfolg hängt davon ab, ob der regulatorische Rahmen rechtzeitig steht, Investitionen in Alternativen greifen und die Belastungen ausgewogen verteilt werden.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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