Die Vlaamse Milieumaatschappij hat am 23. September 2026 ihre Auswertung zur Autovrije Zondag vom 20. September 2026 vorgelegt. Für 24 ausgewählte Straßen in sechs teilnehmenden Gemeinden – Aalst, Antwerpen, Asse, Beveren, Leuven und Vilvoorde – berechnete die Behörde die Verringerung der verkehrsbedingten Emissionen von Stickstoffdioxid (NO2). Modellrechnungen ergaben in Einzelfällen Reduktionen der lokalen verkehrsbedingten NO2‑Emissionen von bis zu 99 Prozent gegenüber einem gewöhnlichen Sonntag. Die Behörde betont, dass es sich dabei um berechnete Emissionen handelt, nicht um direkte Messungen der NO2‑Konzentration in der Umgebungsluft.
Als Datengrundlage nutzte die Vlaamse Milieumaatschappij Verkehrszählungen des Bürgerprojekts Telraam. Diese Zähldaten wurden mit emissionsbasierten Fahrzeuginventaren verknüpft, um die lokale Ausstoßwirkung des ausbleibenden Autoverkehrs abzuschätzen. Methodische Grenzen weist die Behörde ausdrücklich aus: Modellierte Emissionen zeigen das Potenzial verkehrsreduzierter Maßnahmen, ersetzen aber keine kontinuierliche Messung der Luftqualität, da die tatsächlichen Konzentrationen zusätzlich von Wetter, Hintergrundbelastung und Ferntransport beeinflusst werden.
Für Vilvoorde lagen nach Angaben der Vlaamse Milieumaatschappij auch stationäre Messdaten vor. Dort zeigte der Tagesvergleich während der Autovrije Zondag einen Rückgang der gemessenen NO2‑Konzentrationen um bis zu etwa 30 Prozent. Die Fachstelle für Luftqualität IRCEL/IRCELINE verweist zugleich auf erhebliche tagesbezogene Schwankungen durch Windrichtung, Durchmischung und Temperatur, die kurzfristige Vergleiche erschweren.
Die Behörde fasst die Ergebnisse zurückhaltend zusammen: Verkehrsbeschränkungen an einem Tag führen lokal zu deutlich weniger verkehrsbedingten Emissionen und mindern Lärm; sie schaffen zudem Raum für Begegnung sowie für Fußgänger und Radfahrende. Für gesundheitliche Bewertungen, Trends oder regulatorische Schlüsse seien jedoch längere, systematische Messreihen und begleitende Fachmessungen notwendig. Aussagen über dauerhafte Effekte auf die Luftqualität lassen sich aus einem Einzeltag nicht ableiten.
Die Autovrije Zondag am 20. September 2026 war Teil der European Mobility Week. In Flandern koordiniert die zivilgesellschaftliche Organisation Mobiel21 die Initiative und unterstützt Kommunen bei Planung und Umsetzung. Die Auswertung der Vlaamse Milieumaatschappij zielt darauf, den kurzfristigen Einfluss des ausbleibenden Verkehrs zu quantifizieren und die Grenzen solcher Momentaufnahmen transparent zu machen.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).