Umwelt

Finaler Entwurf für Leitfaden zur mobilen Stromversorgung in Flandern liegt vor

VITO hat am 1. Oktober 2026 auf EMIS den finalen Entwurf des „Code of Good Practice“ für temporäre und mobile Stromversorgung veröffentlicht. Bis zum 30. Oktober 2026 läuft die Schlusskonsultation der Gremien.

Am 1. Oktober 2026 hat das Vlaamse onderzoekscentrum VITO über die Wissensplattform EMIS den finalen Entwurf des „Code of Good Practice“ für temporäre und mobile Stromversorgung online gestellt. Das Papier richtet sich an Bauwirtschaft, Veranstalter, Vermieter von Energieanlagen sowie Behörden in Flandern. Mitglieder des Begleitgremiums und der einschlägigen Steuerungsgruppe können bis zum 30. Oktober 2026 zustimmen oder letzte Stellungnahmen einreichen. Danach soll der Bericht mit etwaigen Einwänden und der geplanten Reaktion von VITO veröffentlicht werden.

Der „Code of Good Practice“ ist als praxisnaher Leitfaden angelegt. Er bietet eine strukturierte Entscheidungshilfe für Auswahl, Dimensionierung und Betrieb temporärer Stromlösungen. Verglichen werden Netzanschlüsse, Batteriespeicher, Diesel- und Hybridgeneratoren sowie Optionen auf Basis von Wasserstoff oder alternativen Kraftstoffen. Ausgangspunkt ist stets eine Analyse des tatsächlichen Energiebedarfs. Nach dem Grid First-Prinzip ist vorrangig zu prüfen, ob ein Netzanschluss verfügbar, zeitlich machbar und verhältnismäßig ist. Wo Netzzugänge nicht ausreichen, beschreibt die Leitlinie Kriterien für die Bewertung von Kosten, Umweltauswirkungen, Lärmbelastung und Zuverlässigkeit.

Für die Anwendung in der Praxis enthält Annex 4 einen kompakten Entscheidungsbaum, der auf EMIS auch als separates Hilfsdokument bereitsteht. Zudem führt der Entwurf Beispiele für typische Einsatzszenarien an, etwa auf zeitlich befristeten Baustellen, bei Festivals oder Messen. Damit sollen Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigt und Fehlentscheidungen mit hohen Emissionen oder unnötigen Reserven vermieden werden.

Rechtlich setzt der Leitfaden keine neuen Pflichten. Er ordnet bestehende Vorschriften ein, darunter Prüf- und Sicherheitsanforderungen für temporäre elektrische Installationen nach belgischem Elektrosicherheitsrecht sowie einschlägigen regionalen Vorgaben. Angesichts laufender Anpassungen im europäischen und nationalen Strommarktdesign betont VITO den Charakter als Hilfs- und Orientierungstext, nicht als Norm.

Die Veröffentlichung des finalen Entwurfs hat Relevanz über einzelne Projekte hinaus: Temporäre Stromversorgung gewinnt angesichts hoher Netzlast, wachsender Veranstaltungsformate und Dekarbonisierung im Maschinen- und Anlagenpark an Bedeutung. Einheitliche, gut dokumentierte Auswahlkriterien können die Umwelt- und Lärmbilanz verbessern und Kosten transparenter machen. Für Rückfragen nennt EMIS den Ansprechpartner Kristof Custers. Das Ergebnis der Konsultation und mögliche Anpassungen werden nach dem 30. Oktober 2026 erwartet.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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