Belgien hat 2025 nach Angaben der nationalen Meldeplattform BeWeee und der flämischen Abfallbehörde OVAM eine Sammelquote von 66,2 Prozent für Elektro- und Elektronikaltgeräte (AEEA) erreicht. Damit wurde die europäische Zielmarke von 65 Prozent erstmals übertroffen. Im Jahr 2024 lag die Quote noch bei 61,93 Prozent. BeWeee beziffert das gemeldete Sammelvolumen für 2025 auf 188.444 Tonnen. Die Beteiligten führen den Zuwachs auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Behörden und Branche sowie auf verbesserte Meldesysteme zurück.
Die gemeldeten Mengen speisen sich aus mehreren Quellen. Einen großen Anteil liefert Recupel, die in Belgien tätige Sammel- und Systemorganisation für AEEA. Recupel spricht von einem Rekordjahr 2025 mit 137.164 Tonnen, die über ihre Sammelstellen und Partnerläden zusammenkamen. Zusätzlich fließen Direktmeldungen von Sammlern, Verwertern und Unternehmen mit individuellen Rücknahmeplänen in die nationale Bilanz von BeWeee ein.
Die Organisationen betonen, dass organisatorische und datenbezogene Faktoren maßgeblich zum Anstieg beigetragen haben. Dazu zählen höhere Melderaten, präzisere Zuordnung der Abfallströme und koordinierte Kontrollen. Ein Teil des Plus geht somit auf bessere Erfassung zurück und nicht ausschließlich auf eine kurzfristig gestiegene physische Sammlung. Einzelne Teilströme wie Photovoltaikmodule werden separat berichtet; ihr Einbezug kann die Vergleichbarkeit zwischen Jahren und Berichtsformaten beeinflussen.
Die Überschreitung der EU-Vorgabe stärkt Belgiens Position in der Kreislaufwirtschaft. Höhere Rücklaufmengen erleichtern die Gewinnung sekundärer Rohstoffe und können die inländische Verwertungsbasis stabilisieren. Zugleich verweisen Branchenvertreter auf fortbestehende Lücken: verlustige Ströme in den allgemeinen Schrottkreislauf, unvollständige Meldungen entlang der Wertschöpfung sowie Herausforderungen bei der vollständigen Erfassung neuer Gerätekategorien. Für belastbare Aussagen zur längerfristigen Entwicklung und zu regionalen Unterschieden sind die noch ausstehenden, vollständig geprüften Jahresabschlüsse und eine Aufschlüsselung nach Fraktionen und Herkunft entscheidend.
Die nun gemeldeten Zahlen markieren einen wichtigen Schritt, ersetzen aber nicht die systematische Weiterarbeit an Datentiefe und Kontrolle. Entscheidend wird sein, ob die höhere Quote in den kommenden Jahren gehalten werden kann und ob zusätzliche Lenkungsmaßnahmen nötig sind, um verbleibende Stoffströme aus dem informellen oder ungemeldeten Bereich in das reguläre Sammel- und Meldesystem zu überführen.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).