Kurzmeldung
Belgien erreichte nach Angaben von Fost Plus im Berichtsjahr 2025 eine Recyclingquote von 74 Prozent bei den im Sammelsack erfassten Haushaltsverpackungen (Kunststoffe, Metalle, Getränkekartons). Fost Plus führt den Erfolg auf konsequentes Sortierverhalten der Haushalte und den Ausbau nationaler Aufbereitungs- und Recyclingkapazitäten zurück. Etwa die Hälfte des recycelten Materials werde inzwischen in Belgien verarbeitet, heißt es in den Verbandsverlautbarungen.
Gleichzeitig warnen Fachbehörden vor strukturellen Defiziten in der Gesamtabfallbilanz. Die flämische Abfall- und Ressourcenagentur OVAM berichtet in ihren Monitorings, dass das Haushaltsrestmüllaufkommen pro Kopf in vielen Gemeinden weiterhin über den angestrebten Zielwerten liege. Besonders auffällig sei der Anteil bestimmter Problemfraktionen im Restmüll: Einwegwindeln, nicht abgegebene Textilien und tragbare Batterien würden noch zu oft im Restmüll landen, statt separat erfasst zu werden. OVAM fordert deshalb verstärkte Maßnahmen zur getrennten Sammlung und konkrete kommunale Zielvorgaben für 2025 und 2030.
Als wirksame Hebel nennen Behörden und Entsorger Vermeidung, Lebensdauerverlängerung von Produkten und den Ausbau von Wiederverwendungsangeboten. Kommunale Repaircafés, Mehrwegsysteme im Handel und klar gekennzeichnete Rückgabestellen für Batterien und Hygieneartikel gelten als zentrale Maßnahmen. Wirtschaftlich sieht die Bilanz zwei Seiten: Mehr Rückgewinnung von Sekundärrohstoffen reduziert Importabhängigkeit, während der Ausbau von Sortier- und Recyclingkapazitäten sowie verlässliche Rücknahmesysteme zusätzliche Investitionen erfordert. Die Finanzierung und Koordination dieser Schritte müsse zwischen Föderalstaat, Regionen und den Interkommunalen abgestimmt werden.
Offen bleibt, wie schnell neue Sammelmethoden flächendeckend greifen und wie sich die Preise für Sekundärrohstoffe entwickeln. Klar ist: Ohne verstärkte Vermeidung und eine bessere Erfassung problematischer Stoffe drohen die Potenziale der Kreislaufwirtschaft ungenutzt zu bleiben.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).