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Zahl der Beschäftigten über 65 steigt in Belgien binnen zwei Jahren um rund 50 Prozent

Neue Daten von Statbel zeigen: Im zweiten Quartal 2026 arbeiteten in Belgien deutlich mehr Menschen ab 65 Jahren als zwei Jahre zuvor.

Im belgischen Arbeitsmarkt ist der Anteil älterer Erwerbstätiger spürbar gestiegen. Nach Auswertung der neuesten Arbeitskräfteerhebung von Statbel arbeiteten im zweiten Quartal 2026 rund die Hälfte mehr Menschen im Alter von 65 Jahren und älter als zwei Jahre zuvor. RTBF Info hatte zuerst über die Entwicklung berichtet.

Der aktuelle Anlass ist die Veröffentlichung der Erhebungsergebnisse bis einschließlich zweites Quartal 2026. Statbel macht zugleich darauf aufmerksam, dass sich die Zusammensetzung der Altersgruppen seit 2025 verändert hat: Mit dem Anstieg des gesetzlichen Rentenalters von 65 auf 66 Jahre zum 1. Januar 2025 verschiebt sich die statistische Abgrenzung zwischen „im Erwerbsalter“ und „Rentenalter“. Das beeinflusst absolute Beschäftigtenzahlen in der Gruppe 65 plus, ohne die Entwicklung allein zu erklären.

Tatsache ist der kräftige Zuwachs in kurzer Frist. Zugeschriebene Ursachen reichen über die Rentenreform hinaus. Statbel verweist in seinen Reihen zur Erwerbsbeteiligung auf längerfristige Trends: Die Beschäftigungsquoten der 55- bis 64-Jährigen sind in den vergangenen Jahren gestiegen, was erfahrungsgemäß den späteren Verbleib im Erwerbsleben begünstigt. Zudem altert die Bevölkerung insgesamt, wodurch die Zahl potenziell erwerbstätiger Seniorinnen und Senioren wächst.

Administrative Daten deuten auf Strukturverschiebungen hin. Auswertungen des Rijksdienst voor Sociale Zekerheid zeigen eine höhere Bedeutung von Teilzeit und flexiblen Formen bei älteren Beschäftigten. Branchen mit Dienstleistungs- und Wissensarbeit binden überdurchschnittlich viele 65-Plus-Kräfte ein, während körperlich belastende Tätigkeiten seltener besetzt werden. Regional profitieren Ballungsräume mit hoher Arbeitskräftenachfrage stärker als ländliche Gebiete.

Für die Einordnung ist die Unterscheidung zwischen absoluten Beschäftigtenzahlen und Quoten zentral. Statbel publiziert seit 2025 ergänzend alternative Alterskorridore wie 20 bis 65 und 55 bis 65 Jahre, um Effekte der Rentenalter-Anhebung transparent zu machen. Damit lassen sich konjunkturelle Einflüsse und demografische Verschiebungen besser voneinander trennen.

Ökonomisch fällt der Anstieg der 65-Plus-Beschäftigung in eine Phase, in der das Beschäftigungswachstum insgesamt nur noch schwach zulegt. Nach Angaben der Nationalen Bank von Belgien war die Schaffung neuer Stellen zuletzt verhalten. Die stärkere Teilnahme Älterer kann Engpässe auf dem Arbeitsmarkt teilweise dämpfen, wirft aber Fragen zur Arbeitsgestaltung, Weiterbildung und Gesundheitsschutz im höheren Erwerbsalter auf. Prognosen zur weiteren Entwicklung hängen von Konjunktur, Personalpolitik und der Umsetzung arbeitsmarktpolitischer Reformen ab.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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