Der kommissarische Gouverneur der Provinz Westflandern, Koen Surdiacourt, hat am 23. Oktober 2026 das seit dem Sommer geltende Verbot zur Entnahme von Oberflächenwasser aus den meisten unbefahrbaren Wasserläufen weitgehend aufgehoben. Die Entscheidung gilt mit sofortiger Wirkung. Begründet wird sie mit anhaltenden Niederschlägen und gestiegenen Pegeln, die die zuvor angespannte Lage entschärft und die Versalzung teilweise zurückgedrängt haben.
Ausgenommen von der Aufhebung bleiben vier ökologisch besonders empfindliche Gewässer, für die das Entnahmeverbot weiter gilt: der Poekebeek in Wingene, der Paleputbeek in Torhout, der Hazelbeek in Ledegem und der Douvebeek in Heuvelland. Dort werden die erforderlichen Mindestdurchflüsse weiterhin unterschritten; die Behörden verweisen auf anhaltende Risiken wie Salzstress und Belastungen für Flora und Fauna.
Mit der Maßnahme reagiert die Provinzverwaltung auf eine seit dem Frühsommer andauernde Trockenperiode, in deren Folge Westflandern schrittweise weitgehende Entnahmeverbote verhängt hatte. Bereits im September waren erste Bereiche wieder freigegeben worden, abhängig von lokalen Messwerten. Der aktuelle Beschluss folgt derselben Logik: Die Freigabe erfolgt großflächig, wo die Pegel eine Entnahme ohne unvertretbare ökologische Risiken zulassen, und bleibt aus, wo die Situation weiter kritisch ist.
Die Behörden betonen, dass die Aufhebung keine Rückkehr zur unbegrenzten Wasserentnahme bedeutet. Landwirte, Betriebe und öffentliche Dienste sollen die Lage vor Ort eng beobachten und die Hinweise der zuständigen Wasserbewirtschafter beachten. Bei Verstößen gegen die fortbestehenden Verbote drohen weiterhin polizeirechtlich sanktionierte Maßnahmen; Kontrollen werden fortgesetzt. Weitere Anpassungen bleiben möglich, falls sich die Messwerte wieder verschlechtern.
Hintergrund ist die besondere Lage vieler kleiner westflämischer Wasserläufe, die in Trockenphasen rasch auf Niedrigwasser fallen und in Küstennähe von eindringendem Meerwasser betroffen sind. Die Provinz stellt Entscheidungen zum Wasserentzug auf eine laufende Datengrundlage mit Pegelständen, Durchflussmessungen und Qualitätstests. Prognosen zu einer nachhaltigen Entspannung der Wassersituation hängen von der weiteren Witterung in den kommenden Wochen ab.
Für Landwirtschaft und Gartenbau bedeutet die breite Freigabe eine spürbare Entlastung in der Bewässerungsplanung. Zugleich bleiben schutzbedürftige Abschnitte wie Poekebeek, Paleputbeek, Hazelbeek und Douvebeek unter besonderer Beobachtung und bis auf Weiteres gesperrt.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).