Belgische Behörden haben neue Nachweise des West-Nil-Virus gemeldet: In der Umgebung von Mechelen, Willebroek und Vilvoorde wurden Proben von Wildvögeln positiv getestet; zudem wurde ein Fall bei einem Pferd bestätigt. Die Föderale Agentur für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte AFMPS (FAGG) erließ am 17. August 2026 vorsorgliche, lokal befristete Maßnahmen für die Blutspende. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden gibt es bislang keine bestätigten autochthonen Infektionen beim Menschen in Belgien.
Sciensano, das nationale Institut für Gesundheit, koordiniert die Überwachung vektorübertragener Krankheiten und führt die Laboranalysen durch. Die jüngsten Befunde deuten auf eine saisonale Zirkulation des Erregers im Spätsommer hin. Funde in Wildvögeln gelten als Frühindikator für die Viruszirkulation in einer Region. Die Behörden betonen, dass die Funde bei Wildvögeln und einem Pferd primär als Frühwarnsignal zu verstehen sind und nicht als Hinweis auf eine breitflächige Gefährdung der Bevölkerung.
Das West-Nil-Virus zirkuliert natürlicherweise in einem Vogel–Mücken–Vogel-Zyklus. Menschen und Pferde gelten als Fehlwirte: Sie können sich nach Mückenstichen infizieren, geben das Virus aber in der Regel nicht weiter. Die meisten Infektionen verlaufen mild oder ohne Symptome; in Einzelfällen können jedoch schwere neurologische Komplikationen auftreten, vor allem bei älteren oder immungeschwächten Personen. Der Begriff „autochthon“ bezeichnet Infektionen, die vor Ort und nicht auf Reisen erworben wurden.
Als Konsequenz aus den aktuellen Funden intensivieren föderale und regionale Stellen die Surveillance bei Wildvögeln und Equiden und informieren Tierärztinnen und Tierärzte über das Vorgehen bei Verdachtsproben. Blutspendedienste setzen die von der AFMPS/FAGG angeordneten Zusatzmaßnahmen lokal um, um die Sicherheit der Blutversorgung zu gewährleisten und Risiken präventiv zu minimieren. Zuständig für Vorgaben zur Blut- und Arzneimittelsicherheit ist auf Bundesebene die AFMPS/FAGG; die wissenschaftliche Bewertung und Berichterstattung zur Tier- und Humanüberwachung liegt bei Sciensano.
Für die Bevölkerung empfehlen die Behörden bewährte Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche: Repellentien verwenden, Moskitonetze und lange Kleidung einsetzen sowie stehendes Wasser in Gärten und auf Balkonen beseitigen. Einen zugelassenen Impfstoff oder eine spezifische antivirale Behandlung für Menschen gegen das West-Nil-Virus gibt es derzeit nicht. Die Lage wird eng überwacht; über weitere Schritte informieren die zuständigen Dienste nach Auswertung der laufenden Untersuchungen.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).