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Wallonisches Energiezertifikat enthält ab heute individuelle Sanierungsfahrpläne

In Wallonien tritt am 1. September 2026 das überarbeitete Gebäudeenergiezertifikat in Kraft. Jedes neu ausgestellte Certificat de performance énergétique enthält nun eine schrittweise Sanierungsroute mit Prioritäten, erwarteten Einsparungen und Förderhinweisen.

In Wallonien tritt heute, am 1. September 2026, das überarbeitete Gebäudeenergiezertifikat in Kraft. Jedes neu ausgestellte Certificat de performance énergétique enthält ab sofort eine individuelle Sanierungsroute mit prioritären Maßnahmen, groben Schätzungen zu möglichen Energieeinsparungen und Hinweisen auf verfügbare Förderinstrumente der Region. Die Regierung der Wallonie stellt damit das Zertifikat von einer reinen Zustandsbeschreibung auf ein Instrument zur Erstplanung von Renovierungen um.

Die zuständige Verwaltung betont, die neue „Feuille de route“ solle Eigentümerinnen und Eigentümern eine klare Startreihenfolge nahelegen – etwa Dach, Gebäudehülle und Heiztechnik –, ersetze jedoch nicht das Audit Logement. Dieses ausführliche Gutachten bleibt erforderlich, wenn präzise technische Auslegungen, belastbare Kostenschätzungen oder die Grundlage für die Beantragung bestimmter Prämien benötigt werden. Die PEB-Erweiterung hat somit eine indikative Planungs- und Informationsfunktion; verbindliche Entscheidungen erfordern weiterhin spezialisierte Expertisen.

Nach Angaben der Behörden werden in Wallonien jährlich viele Zertifikate ausgestellt; das neue Format verpflichtet die zertifizierten Prüferinnen und Prüfer zu einer ergänzenden Erhebung vor Ort. Berufsverbände und Dienstleister haben ihre Verfahren angepasst und verweisen auf Fortbildungen für Zertifizierende. In Mehrfamilienhäusern und komplexen Liegenschaften fällt die Sanierungsroute teils allgemeiner aus; dort bleibt die Abstimmung mit Miteigentümergemeinschaften oder Syndikaten nötig.

Die Maßnahme ist im Plan de rénovation énergétique und im Plan Air Climat Energie verankert, die auf eine schrittweise Dekarbonisierung des Gebäudebestands zielen. Die Regierung der Wallonie kündigt weitere methodische Anpassungen der PEB-Berechnung an. Offene Punkte betreffen vor allem die Standardisierung von Kostenschätzungen und die Genauigkeit erwarteter Energiegewinne angesichts sehr heterogener Gebäudetypen.

Politisch wird der Schritt als pragmatische Etappe gewertet: Er senkt Informationshürden, ohne neue Verpflichtungen zur Umsetzung einzelner Maßnahmen vorzuschreiben. Zugleich dürfte die Sichtbarkeit möglicher Einsparpfade die Nachfrage nach detaillierten Audits erhöhen. Ministerin Cécile Neven verweist darauf, dass die bessere Erstorientierung Renovierungen beschleunigen und die Inanspruchnahme von Förderprogrammen vereinfachen soll. Konkrete Nachbesserungen an Berechnungsmethoden und Schulungsstandards der Zertifizierenden sind für die kommenden Jahre in Aussicht gestellt.

Mit dem heutigen Start erhält das Zertifikat eine klarere Rolle im Instrumentenmix der Energie- und Renovierungspolitik. Eigentümerinnen und Eigentümer gewinnen eine strukturierte, wenn auch nicht verbindliche Grundlage, um nächste Schritte zu planen und Fördermöglichkeiten zielgerichteter zu prüfen.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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