Mehrere Gemeinden in Wallonien haben in den vergangenen Tagen per Arrêté de police die Nutzung der öffentlichen Wasserversorgung für nicht lebenswichtige Zwecke beschränkt. Betroffen sind unter anderem das Befüllen privater Pools, das Bewässern von Gärten sowie Reinigungen mit Leitungswasser. Als Anlass nennen die Behörden anhaltende Trockenheit, sinkende Zuflüsse und teilweise niedrige Grundwasserstände. Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung zu sichern, bis sich die Ressourcensituation entspannt.
Die Wallonische Regierung teilte am 3. September 2026 mit, dass zu diesem Datum 19 Gemeinden konkrete Verbote erlassen hatten. Sie veröffentlicht regelmäßig eine Übersicht zur Lage und verweist darauf, dass Entscheidungen lokal getroffen und je nach Versorgungslage angepasst werden. Die öffentlich-rechtliche RTBF bereitet die Informationen in Kartendarstellungen auf, die den Status von Ressource sous contrôle bis zu Bereichen mit Arrêté de police zeigen.
Rechtlich können Bürgermeister den Verbrauch der eau de distribution für nicht lebenswichtige Zwecke begrenzen, wenn die Versorgungssicherheit oder die öffentliche Ordnung gefährdet erscheint. Die Eingriffe müssen verhältnismäßig begründet werden und enthalten üblicherweise Ausnahmen, etwa für Trink- und Hygienezwecke, für Gesundheitseinrichtungen oder bestimmte wirtschaftliche Tätigkeiten. Die Wallonische Regierung liefert Daten und Empfehlungen, die Zuständigkeit verbleibt jedoch bei der jeweiligen Kommune.
Die kommunalen Auflagen unterscheiden sich im Detail: Mancherorts gelten zeitliche Einschränkungen oder spezifische Verbote wie das Befüllen von Schwimmbecken, anderswo sind die Regeln weiter gefasst. Exakte Formulierungen und mögliche Sanktionen werden in amtlichen Mitteilungen der Gemeinden veröffentlicht. So hat die Gemeinde Léglise Ende August eine Verschärfung ihrer Regelung mit Hinweisen zu erlaubten Ausnahmen und Kontakten für dringende Fälle bekanntgegeben.
Hintergrund sind Hitzeperioden und verringerte Abflüsse, die Wasserreservoirs und Grundwasserspiegel belasten. Fachstellen weisen darauf hin, dass die Lage dynamisch ist: Steigen die Zuflüsse, können Gemeinden Verfügungen lockern oder aufheben; verschärft sich die Dürre, sind zusätzliche Maßnahmen möglich. Die Wallonische Regierung ruft Bürgerinnen und Bürger zu sparsamer Nutzung auf und hebt die Möglichkeit hervor, temporär zusätzliche Versorgungsquellen zu mobilisieren, um die Trinkwasserversorgung zu stabilisieren.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).