Umwelt

Wallonie lässt Getreideränder bis Ende Februar für Feldvögel stehen

Vor dem Winter startet in Wallonien erneut die von der Région wallonne geförderte Maßnahme MB12: Landwirte lassen Getreidestreifen bis Ende Februar stehen, um Feldvögeln Nahrung zu bieten.

Zum Beginn der Winterperiode setzt Wallonien erneut auf ein einfaches Mittel gegen die Nahrungslücke bei Feldvögeln: Landwirtinnen und Landwirte lassen am Feldrand Streifen mit Wintergetreide bis Ende Februar stehen. Laut RTBF wird dies im Rahmen der von der Région wallonne geförderten Maßnahme MB12 umgesetzt, die seit 2024 Teil der agrarumweltlichen und klimabezogenen Maßnahmen (MAEC) ist.

Kern der Vorgabe ist, Ähren tragende Bestände nicht vollständig abzuräumen, sondern als Nahrungsquelle im Spätwinter zu belassen. Die Verwaltung der Région wallonne beschreibt die Maßnahme MB12 als vergütete Option für Randstreifen oder ganze Parzellen. Zielarten sind typische Feldvögel, die auf Samen angewiesen sind, wenn Insekten knapp sind und Stoppelfelder bereits bearbeitet wurden.

Praktisch kommen vor allem robuste Wintergetreide zum Einsatz, etwa Triticale oder Weichweizen, deren Körner an den Ähren lange verfügbar bleiben. Je nach Standort kann die Anlage als fester Randstreifen entlang von Wegen oder Hecken erfolgen; ebenso möglich ist die Ausweisung ganzer Schläge. Entscheidend sind die Einhaltung der Fristen bis Ende Februar und das Unterlassen vorzeitiger Bearbeitungen, die das Samenangebot mindern würden.

Naturschutzverbände begrüßen die Praxis. Natagora verweist auf Projekte, die Landbau und Vogelschutz verbinden, während die Ligue Royale Belge pour la Protection des Oiseaux ergänzend rät, Saumstrukturen, Altgrasstreifen und Hecken zu erhalten, damit Deckung und Nahrung zusammenkommen. Monitoringdaten aus Projekten sollen Aufschluss geben, ob gefährdete Offenlandarten im Spätwinter messbar profitieren.

Die Maßnahme MB12 ist regional verankert, hat aber Signalwirkung über Wallonien hinaus. Sie adressiert eine bekannte ökologische Engstelle zwischen Januar und März, in der viele Ackerflächen bereits für die neue Saison vorbereitet werden. Fachlich knüpft sie an Agrarumweltinstrumente in Nachbarländern an und könnte in grenznahen Gebieten ähnliche Ansätze befördern. Für Betriebe sind die Vorgaben klar umrissen; Details zu Flächenkulissen, Vergütung und Kontrollen liegen bei der zuständigen Verwaltung vor und werden laufend präzisiert.

Damit verbindet die Région wallonne Biodiversitätsschutz mit praxistauglichen Regeln. Ob sich Bestandstrends empfindlicher Arten stabilisieren, hängt neben der konsequenten Umsetzung auch von zusätzlichen Strukturen in der Agrarlandschaft und vom Wetter im Spätwinter ab.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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