Zum Start des Schuljahres melden belgische Medien und Präventionsstellen am 3. September 2026 eine anhaltend hohe Sichtbarkeit von Tabak und E‑Zigaretten an Sekundarschulen. In Umfragen geben rund vier von zehn Schülerinnen und Schülern an, Mitschüler beim Rauchen oder Dampfen an der Schule gesehen zu haben. Der Anteil steigt mit dem Alter. Die Befunde stehen im Kontrast zu den seit Jahren geltenden Regeln, wonach das Rauchen in Innenräumen von Schulen untersagt ist und viele Einrichtungen auch das Schulgelände als rauchfrei ausweisen.
Regionale Daten verweisen auf Unterschiede. Eine Auswertung des Observatoire de la Santé du Hainaut nennt je nach Altersgruppe Werte zwischen knapp über 20 und fast 50 Prozent der Befragten, die regelmäßig Personen an den Schulgrenzen oder auf dem Gelände rauchen sehen. Präventionsakteure berichten zudem, dass ein erheblicher Teil jugendlicher Raucher sein Konsumverhalten in Pausenräumen nahe der Schule oder an Zugängen zum Gelände ausübt. Die Sichtbarkeit nehme zu, wo Aufsicht, räumliche Gestaltung und Schulregeln lückenhaft seien.
Gesundheitsinstitutionen beobachten parallel eine Verschiebung im Konsummuster: Während tägliches Zigarettenrauchen insgesamt rückläufig ist, gewinnt das Dampfen an Bedeutung, besonders unter Jüngeren. Nationale Erhebungen von Sciensano weisen darauf hin, dass E‑Zigaretten auch in schulnahen Kontexten präsenter werden und so das Rauchverhalten Gleichaltriger stärker ins Blickfeld rücken. Fachleute ordnen dies als gesundheitlich relevant ein und warnen vor einer Normalisierung des Nikotinkonsums im Umfeld der Schule.
Rechtlich bleibt der Rahmen komplex: In Belgien gilt an Schulen ein Rauchverbot in Innenräumen; die Regelung der Außenbereiche und die Durchsetzungspraxis werden durch den Föderalstaat, die Regionen und die jeweiligen Bildungsträger ausgestaltet. Viele Schulen haben vollständige Rauchverbote auf dem Schulgelände erlassen. Präventionsstellen wie die wallonische AVIQ und Bildungsakteure berichten jedoch von Uneinheitlichkeiten bei Kontrolle, Beschilderung, Aufsicht und Sanktionen. Zuständigkeiten und Ressourcen unterscheiden sich, was die Umsetzung erschwert.
Als kurzfristige Konsequenz empfehlen Gesundheits- und Bildungsinstitutionen eine konsequentere Aufsicht an Schulzugängen, klare Rauchfrei-Zonen, wiederkehrende Sensibilisierung sowie niedrigschwellige Hilfen für Ausstieg und Reduktion. Mittel- bis langfristig schlagen sie systematische Präventionsprogramme vor, die E‑Zigaretten ausdrücklich einbeziehen, verbunden mit Monitoring auf Schulebene. Über Änderungen am gesetzlichen Rahmen wurde am Dienstag nichts Konkretes bekannt; im Vordergrund stehen derzeit Kontrolle, Prävention und eine regional angepasste Umsetzung der bestehenden Regeln in Belgien.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).