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USA überprüfen Zusammenarbeit mit Universität Gent nach Suspendierung von Nathan Cofnas

Die US-Vertretung in Brüssel kündigt eine Überprüfung akademischer Beziehungen zur Universität Gent an. Auslöser ist die vorläufige Suspendierung des US-Forschers Nathan Cofnas nach dessen öffentlichen Vorwürfen im Fall Jason Arday.

Die USA haben am 21. August 2026 mitgeteilt, sie überprüften ihre akademischen Beziehungen zur Universität Gent. Anlass ist die vorläufige Suspendierung des US-Forschers Nathan Cofnas durch die Hochschule. In einer Erklärung der US-Vertretung in Brüssel war von „Vergeltung“ gegen einen Whistleblower die Rede; Einrichtungen, die „Sündenbockverhalten“ förderten, seien keine wünschenswerten Partner. Welche konkreten Schritte folgen, blieb offen.

Die Universität Gent hatte am 19. August 2026 eine vorläufige Disziplinaruntersuchung gegen einen Mitarbeiter bekanntgegeben und eine vorsorgliche Suspendierung verhängt, ohne Namen zu nennen. Cofnas erklärte am 20. August öffentlich, er sei betroffen. Die Hochschule betonte zugleich, man verurteile Diskriminierung und Hass und halte Personalverfahren vertraulich. Berichte über eine angebliche Verschwörung gegen Cofnas wies die Universität zurück.

Im Zentrum steht eine von Cofnas Anfang Juli 2026 veröffentlichte Analyse, in der er Jason Arday, einem britischen Soziologen an der University of Cambridge, Plagiate vorwarf. Nach Ardays Tod hatte die Debatte zusätzlich an Schärfe gewonnen. In Großbritannien laufen Prüfungen der Vorwürfe; Ergebnisse liegen bislang nicht vor. Befürworter Cofnas’ werten die Suspendierung als Eingriff in die akademische Meinungsfreiheit, Kritiker verweisen auf die Pflicht von Hochschulen, Betroffene zu schützen und Verfahren regelkonform zu führen.

Für Belgien stellt der Konflikt die internationale Einbindung der Forschung und die Autonomie der Hochschulen zugleich auf die Probe. Die Universität Gent ist eine Einrichtung in Flandern; Hochschul- und Personalfragen sind dort Gemeinschaftskompetenzen. Eine Einschränkung der US-Zusammenarbeit könnte projektbezogene Förderungen, Austauschprogramme und gemeinsame Drittmittel tangieren. Ob es dazu kommt, hängt von der angekündigten Prüfung der US-Seite und den Ergebnissen der Disziplinaruntersuchung an der Universität Gent ab.

Unabhängig davon bleibt die Rechtslage klar getrennt: Über Inhalte wissenschaftlicher Auseinandersetzungen entscheiden nicht diplomatische Stellen, sondern akademische Gremien und gegebenenfalls Gerichte. Die US-Vertretung in Brüssel hat bislang lediglich eine Überprüfung angekündigt; belastbare Hinweise auf finanzielle Kürzungen oder den Abbruch von Projekten liegen nicht vor. Die Universität Gent verweist auf laufende Verfahren und äußert sich nicht zu Einzelheiten.

Der Fall zeigt die Spannungslinie zwischen Meinungsfreiheit in der Forschung, institutioneller Verantwortung und öffentlichem Druck. Wie weitreichend die Folgen für die transatlantische Forschungskooperation sein werden, ist derzeit offen.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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