Der US-Botschafter in Belgien hat die vorsorgliche Suspendierung des US-Forschers Nathan Cofnas durch die Universität Gent kritisiert und auf X mitgeteilt, Washington werde die Zusammenarbeit mit der Hochschule überprüfen. Die Äußerung vom 23. August verleiht einem bislang akademisch geführten Konflikt eine diplomatische Dimension.
Die Universität Gent erklärte am 19. August 2026, sie habe „aufgrund der jüngsten öffentlichen Reaktionen“ ein vorläufiges disziplinarisches Verfahren eingeleitet und einen betroffenen Mitarbeiter vorsorglich suspendiert; die formale Benachrichtigung sei am 20. August erfolgt. Namen nannte die Hochschule nicht. Der Schritt zielt laut Universitätsangaben darauf, einen geordneten Ablauf der Prüfung sicherzustellen und die Arbeitsumgebung zu schützen. Details zum Prüfungsgegenstand werden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes derzeit nicht veröffentlicht.
Hintergrund ist der Fall Jason Arday. Cofnas hatte dem britischen Soziologen und Professor an der University of Cambridge in Beiträgen Plagiate vorgeworfen. Arday trat Anfang August 2026 von seinem Lehrstuhl zurück und wurde Mitte August tot aufgefunden. Diese Abfolge löste eine intensive Debatte in Wissenschaft und Medien aus. Die Universität Gent betonte in ihrer Erklärung ihre Grundsätze des Respekts der Menschenwürde und der Ablehnung von Diskriminierung, prüfe aber zugleich, ob das eingeleitete Verfahren fortzuführen sei.
Der US-Botschafter in Belgien wertete die Suspendierung als Versuch, legitime Aufklärung zu sanktionieren, und kündigte an, die Kooperation mit der Universität Gent zu überprüfen. Befürworter der Maßnahme verweisen demgegenüber auf die Pflicht von Hochschulen, ihre Werte in angespannten Situationen zu sichern und mögliche Verstöße sorgfältig zu klären. Eine unmittelbare Reaktion der Universitätsleitung auf die diplomatische Kritik lag zunächst nicht vor.
Gesichert ist: Die Universität Gent in Gent, Ostflandern (Flandern), hat am 19. und 20. August 2026 ein vorläufiges Disziplinarverfahren eröffnet und eine vorsorgliche Suspendierung angeordnet. Zugeschrieben sind die von Cofnas erhobenen Plagiatsvorwürfe gegen Jason Arday sowie die Bewertung des US-Botschafters in Belgien, die Maßnahme bestrafe wissenschaftliche Aufklärung. Offen bleibt, welches konkrete dienstliche Verhalten Gegenstand der Prüfung ist, wie der interne Zeitplan aussieht und ob die Suspendierung aufrechterhalten wird. Die angekündigte Überprüfung der Zusammenarbeit durch US-Stellen könnte Forschungsprojekte und Austauschprogramme berühren; belastbare Entscheidungen dazu liegen bislang nicht vor.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).