Gesundheit

Ukrainische Ärztinnen und Ärzte hospitieren in sechs belgischen Brandwundenzentren

Eine ukrainische Delegation besucht diese Woche sechs belgische Brandwundenzentren, darunter das Ziekenhuis aan de Stroom in Antwerpen. Ziel ist es, Know-how für den Aufbau eines spezialisierten Zentrums in der Ukraine zu gewinnen.

Eine Delegation ukrainischer Ärztinnen und Ärzte hospitiert in dieser Woche in sechs belgischen Brandwundenzentren. Nach Angaben beteiligter Kliniken gehören dazu das Brandwundenzentrum des Ziekenhuis aan de Stroom in Antwerpen, Einrichtungen an den Universitätskliniken UZ Gent und UZ Leuven, Zentren in Charleroi und Lüttich sowie das Referenzzentrum im Brüsseler Stadtteil Neder-Over-Heembeek am Königin-Astrid-Militärkrankenhaus. Die Besucherinnen und Besucher wollen Behandlungsabläufe für schwere Verbrennungen kennenlernen und diese Expertise in der Ukraine für den Aufbau eines spezialisierten Zentrums nutzen.

Schwerpunkt der Hospitationen sind praxisnahe Einblicke in Erstversorgung, Wundmanagement, Hauttransplantationen und die längerfristige Nachsorge einschließlich Rehabilitationsplanung. Belgisches Fachpersonal betont, dass neben Technik und Material vor allem Organisation, Triage-Entscheidungen und die Verzahnung mit Evakuierungs- und Reha-Strukturen entscheidend seien. Kliniker schildern als täglichen Zielkonflikt in Kriegsgebieten, dass bei kombinierten Verletzungen die Versorgung von Schuss- und Brandwunden priorisiert und mit knappen Transportkapazitäten abgestimmt werden müsse.

Die belgischen Brandwundenzentren sind zentraler Bestandteil der landesweiten Versorgung bei schweren Verbrennungen. Das Ziekenhuis aan de Stroom in Antwerpen bestätigt, dass Teams aus der Ukraine vor Ort standardisierte Abläufe beobachten – von der Stabilisierung in der Notaufnahme über die operative Versorgung bis zur Narbenpflege und psychosozialen Unterstützung. Nach Einschätzung der beteiligten Fachleute könnten einheitliche Standards in der Ukraine die Überlebensraten und die spätere Lebensqualität betroffener Patientinnen und Patienten erhöhen.

Konkrete Angaben zu Größe der Delegation, Finanzierungsquellen oder einem formalen Kooperationsabkommen wurden von den Kliniken zunächst nicht veröffentlicht. Ebenso offen sind Zeitpläne für den geplanten Aufbau eines zentralen Brandwundenzentrums in der Ukraine. Fest steht, dass rechtliche, logistische und sicherheitspolitische Rahmenbedingungen – von verlässlichen Evakuierungswegen bis zur durchgehenden Schulung des Personals – den Erfolg maßgeblich beeinflussen werden.

Kurzfristig erwarten die beteiligten Häuser eine engere fachliche Zusammenarbeit zwischen belgischen und ukrainischen Teams, etwa durch weitere Hospitationen und Schulungsformate. Mittelfristig soll das erarbeitete Wissen in standardisierte Protokolle und Trainings überführt werden. Aussagen zu Kostenträgern, Fristen oder erwarteten Fallzahlen liegen derzeit nicht vor; die Kliniken verweisen darauf, dass sich solche Projekte schrittweise entlang der verfügbaren Kapazitäten entwickeln.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk