In den Hallen der Brussels Expo hat am Donnerstag, 27. August 2026, der zentral organisierte Aufnahmetest für die Studiengänge Medizin und Zahnmedizin der Französischen Gemeinschaft (Fédération Wallonie-Bruxelles) stattgefunden. Der Prüfungsablauf folgte dem bekannten Muster eines standardisierten Multiple-Choice-Tests mit naturwissenschaftlichen Fächern sowie Fragen zu Kommunikation, Ethik und Schlussfolgerungsvermögen.
Der Andrang war erneut groß. Nach Zahlen, die das Fachmedium Le Spécialiste veröffentlichte, traten 5.211 Kandidatinnen und Kandidaten für das Medizinstudium an. Für diese Studienrichtung stehen im Studienjahr 2026–2027 1.675 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Zahl der Zahnmedizin-Bewerbungen lag den Organisatoren zufolge ebenfalls im hohen dreistelligen Bereich. Die endgültige Zahl der Zulassungen richtet sich nach den von der Föderalregierung festgelegten Kontingenten und wird nach Auswertung der Prüfungen bekanntgegeben.
Der concours d'entrée wird von der Fédération Wallonie-Bruxelles zentral koordiniert, unter Mitwirkung der Hochschulen und der ARES, der allgemeinen Räte der Hochschulbildung. Ziel ist es, eine einheitliche, vergleichbare Eingangshürde für beide Fächer zu setzen. Die Prüfung soll fachliche Grundlagen in Mathematik, Physik, Chemie und Biologie überprüfen und zugleich die Fähigkeit zur sachlichen Kommunikation sowie zur ethischen Urteilsbildung erfassen. Bewertungen erfolgen anonymisiert nach einheitlichen Kriterien.
Hintergrund der Kontingentierung ist eine seit Jahren zwischen der Föderalregierung und den Gemeinschaften verhandelte Steuerung der Zahl der künftigen Ärztinnen und Ärzte. Sie soll eine bedarfsgerechte Versorgung sichern und regionale Ungleichgewichte vermeiden. Die Französische Gemeinschaft und die Föderalregierung hatten hierzu in den vergangenen Jahren schrittweise eine abgestimmte Verteilung der Ausbildungsplätze festgelegt. Für die Universitäten und Kliniken bedeutet dies planbare Kohortengrößen; für die Lernenden bleibt der Zugang jedoch stark kompetitiv.
Unabhängig vom Ausgang des jetzigen Prüfungsjahrgangs verweisen Hochschulen darauf, dass die Vorbereitung auf naturwissenschaftliche Grundlagen und auf präzises, verständliches Schreiben im Gesundheitskontext entscheidend bleibt. Änderungen am Format des Tests wurden für diesen Termin nicht berichtet. Ergebnisse und etwaige Nachrückverfahren werden nach dem regulären Auswertungszyklus der Organisatoren mitgeteilt.
Die Prüfung betrifft ausschließlich die Französische Gemeinschaft; für Flandern gelten eigene Verfahren. Der Austragungsort Brussels Expo wurde wegen seiner Kapazität und logistischen Anbindung gewählt.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).