Antwerpen

‚Takkenbossen‘ in der Hollebeek bei Hoboken sollen Austrocknung bremsen

Provinz Antwerpen, Stadt Antwerpen und Natuurpunt wollen in der Hollebeek bei Hoboken Reisigdämme anlegen, um den Abfluss zu verlangsamen und Wasser in der Hollebeekvallei zu halten; im Sommer 2025 war der Bach stellenweise ausgetrocknet.

Die Provinz Antwerpen will gemeinsam mit der Stadt Antwerpen und der Naturschutzorganisation Natuurpunt im Bach Hollebeek in Hoboken sogenannte „Takkenbossen“ anlegen. Die Reisigdämme sollen die Abflussgeschwindigkeit verringern, Wasser länger in der Hollebeekvallei halten und so das Austrocknen des Gewässers in Trockenperioden verhindern. Die Initiative wurde am 17. August 2026 bekanntgegeben. Im vergangenen Sommer war die Wasserführung der Hollebeek zeitweise vollständig versiegt.

Takkenbossen sind aus Schnittgut und Ästen aufgeschichtete Barrieren, die quer zur Fließrichtung eingebracht werden. Sie bremsen den Abfluss, fördern Versickerung und Grundwasserneubildung und halten Sedimente zurück. Anders als feste Querbauwerke lassen sie Wasser und Kleinlebewesen passieren; sie sind reversibel, weil sie sich mit der Zeit zersetzen und bei Bedarf ergänzt oder entfernt werden können. Eingesetzt werden sie punktuell dort, wo einfache naturnahe Eingriffe die Gewässerstruktur verbessern können, ohne das Bachbett dauerhaft zu verbauen.

Nach Angaben der Provinz Antwerpen entsteht das Vorhaben in Abstimmung mit der Stadt Antwerpen und mit Natuurpunt, das in Hoboken seit Jahren Naturschutzflächen betreut. Ziel ist es, die hydrologische Basis für Ufer- und Auenlebensräume zu stabilisieren und die Auswirkungen wiederkehrender Trockenphasen zu mildern. Technische Details zu Anzahl, Lage und Dimension der Takkenbossen sowie ein Zeitplan für den Aufbau wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Die Hollebeek durchfließt in Antwerpen den Stadtteil Hoboken und entwässert ein kleinteiliges Tal mit Resten von Feuchtbiotopen. In den vergangenen Jahren hat die anhaltende Trockenheit in Flandern vielerorts die Wassertemperaturen steigen und den Sauerstoffgehalt sinken lassen; kleine Fließgewässer reagieren auf längere Niederschlagsarmut besonders empfindlich. Das Projekt setzt daher auf vorbeugende, verhältnismäßige Maßnahmen statt auf dauerhaft harte Eingriffe, die ökologische Dynamik einschränken könnten.

Ähnliche Reisigstrukturen werden im naturnahen Gewässerbau genutzt, um Erosion zu mindern, Rückhalt zu schaffen und Mikrohabitate zu fördern. In der Hollebeek sollen sie vor allem in Abschnitten mit geringem Gefälle wirken, wo Wasser ohne Beeinträchtigung angrenzender Flächen zurückgehalten werden kann. Die beteiligten Stellen planen, die Wirkung der Takkenbossen zu beobachten und bei Bedarf nachzujustieren. Ergänzende Ansätze – etwa eine angepasste Pflege der Uferstreifen, der Erhalt von Retentionsflächen und ein insgesamt sparsamer Umgang mit Wasser im Einzugsgebiet – gelten als notwendig, um die Hollebeek langfristig zu stabilisieren.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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