Wirtschaft

Statbel meldet für zweites Quartal 2026 weniger Stunden in Industrie und Diensten, Bau legt zu

Belgien: Nach neuen, vorläufigen Statbel-Daten ging das Arbeitsvolumen in Industrie und Dienstleistungen im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr zurück, die Bauwirtschaft wuchs leicht.

Statbel hat am 23. Oktober 2026 vorläufige Ergebnisse zu den gearbeiteten Stunden in Belgien veröffentlicht. Danach verringerte sich das Arbeitsvolumen im Jahresvergleich in weiten Teilen der Wirtschaft, während die Bauwirtschaft zulegte. Die Zahlen sind saisonbereinigt und beziehen sich auf das zweite Quartal 2026.

Für die Industrie weist Statbel einen saisonbereinigten Index der gearbeiteten Stunden von 98,18 aus. Das entspricht einem Rückgang um 0,9 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025. In den Dienstleistungen liegt der saisonbereinigte Index bei 107,55 und damit um 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Bereich Handel und Reparatur verzeichnet mit einem Indexstand von 101,85 ein Minus von 0,2 Prozent zum Vergleichszeitraum 2025. Dagegen stieg der Index in der Bauwirtschaft auf 104,63 Punkte, was einem Zuwachs von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.

Statbel kennzeichnet die Angaben als vorläufig. Erfahrungsgemäß können sie bei der Aktualisierung um Revisionen bereinigt werden. Hintergrund ist, dass das Arbeitsvolumen auf Verwaltungs- und Unternehmensmeldungen beruht, die zum Ersttermin nicht vollständig vorliegen. Das belgische Statistikamt konsolidiert die Reihen, sobald zusätzliche Informationen verfügbar sind.

Der saisonbereinigte Index der gearbeiteten Stunden misst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit der Beschäftigten und dient als kurzfristiger Konjunkturindikator. Er ergänzt Beschäftigtenzahlen, indem er Schwankungen durch Kurzarbeit, Überstunden oder veränderte Teilzeitintensitäten sichtbar macht. Im Dienstleistungssektor – dem größten Arbeitgeber – signalisiert der Rückgang eine leichte Abkühlung nach einer Phase robuster Nachfrage. In der Industrie dürfte der Rückgang mit anhaltenden Belastungen durch hohe Finanzierungskosten und eine schwächere Auslandsnachfrage zusammenhängen. Die Zunahme in der Bauwirtschaft lässt auf fortgesetzte Aktivität in Wohn- und Infrastrukturprojekten schließen, trotz gestiegener Kosten.

Die Einordnung bleibt vorläufig: Saisonale Muster, Feiertagskonstellationen und methodische Anpassungen können die Quartalswerte beeinflussen. Zudem unterscheiden sich die Dynamiken zwischen Teilbereichen, die in der Aggregation nicht sichtbar werden. Für eine belastbare Trendbewertung sind die nächsten Veröffentlichungen und mögliche Revisionen maßgeblich. Statbel veröffentlicht die Indikatoren in Abstimmung mit Verwaltungsdaten der Sozialversicherungsträger, darunter dem Office national de sécurité sociale ONSS.

Mit den nun vorliegenden Quartalszahlen liefert Statbel einen aktuellen Blick auf das Arbeitsvolumen in Belgien. Unternehmen und Sozialpartner erhalten damit Hinweise auf Kapazitätsauslastung und Personalbedarf, Politik und Verwaltung auf mögliche Zielkonflikte zwischen Konjunktur, Qualifizierung und Arbeitsmarktangebot.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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