Wirtschaft

Statbel: Belgien erzeugte 2024 rund 70 Millionen Tonnen Abfall

Neue Statbel-Daten: 70.027.612 Tonnen Abfall im Jahr 2024, davon über drei Viertel aus Bau und Industrie. Methodik wurde angepasst.

Statbel, das belgische Statistikamt, hat am 2. September 2026 neue Abfalldaten für das Referenzjahr 2024 veröffentlicht. Demnach wurden landesweit 70.027.612 Tonnen Abfall erzeugt. Der Bausektor steuerte 30.719.422 Tonnen (43,9 Prozent) bei, die Industrie 24.678.628 Tonnen (35,2 Prozent). Zusammen stehen beide Sektoren damit für 79,1 Prozent der Gesamtmenge. Der Dienstleistungssektor kam auf 9.107.116 Tonnen (13 Prozent), Haushalte auf 5.029.028 Tonnen (7,2 Prozent) und die Landwirtschaft auf 493.418 Tonnen (0,7 Prozent).

Statbel zufolge beruhen die Zahlen auf Erhebungen, administrativen Quellen und statistischen Modellen. Genannt werden insbesondere die regionalen Umweltverwaltungen OVAM (Flandern), Bruxelles Environnement (IBGE-BIM) und SPW Environnement (Wallonien). Gleichzeitig weist Statbel auf methodische Änderungen hin: Seit der Referenzperiode 2022 erfasst OVAM zusätzliche Ströme, um ein vollständigeres Bild zu liefern; für 2024 wurden weitere Verbesserungen vorgenommen. Dies kann zu Verschiebungen zwischen Sektoren und Abfallarten führen, ohne dass sich die tatsächliche Abfalllage im gleichen Ausmaß verändert hat.

Die Veröffentlichung umfasst Zeitreihen von 2004 bis 2024 sowie Detailtabellen zu Abfallarten. Zu den mengenmäßig größten Positionen zählen mineralische Abfälle sowie kontaminierte Böden und Bauabfälle. Dass der Bausektor den größten Anteil stellt, entspricht der langfristigen Struktur einer dicht industrialisierten Volkswirtschaft mit intensiver Bautätigkeit.

Einordnung und Kontext: In europäischen Übersichten von Eurostat und der Europäischen Umweltagentur liegt Belgien bei den kommunalen Abfällen pro Kopf über dem EU-Durchschnitt. Zugleich zeigen Behandlungsstatistiken, dass ein erheblicher Teil der kommunalen Abfälle in Belgien energetisch verwertet wird, während die Deponierung nur einen geringen Anteil ausmacht. Solche Vergleiche betreffen jedoch spezifisch die kommunale Teilmenge und sind nicht direkt mit den hier berichteten Gesamtabfallmengen gleichzusetzen.

Folgen für Politik und Verwaltung: Die erweiterten Erfassungen können kurzfristig statistische Zunahmen sichtbar machen. Für die Steuerung der Abfallpolitik sind die neuen Daten daher vor allem als verlässliche Grundlage für Prioritäten bei Vermeidung, Wiederverwendung, Recycling und Kreislaufwirtschaft zu verstehen. Zuständigkeiten für Abfallvermeidung und -behandlung liegen in Belgien überwiegend bei den Regionen und Gemeinden; nationale Ziele müssen daher regional differenziert umgesetzt werden. Konkrete politische Schlüsse ziehen die zuständigen Behörden auf Basis der detaillierten Sektor- und Stoffstromtabellen, die Statbel bereitstellt.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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