Aktuell

Sommer 2026 dürfte der wärmste seit Messbeginn in Belgien sein

Das Königliche Meteorologische Institut meldet für Uccle eine vorläufige Sommermitteltemperatur von 20,3 Grad. Sciensano berichtet zugleich über deutliche Übersterblichkeit während der Junihitze.

Das Königliche Meteorologische Institut (IRM) sieht den meteorologischen Sommer 2026 in Belgien mit hoher Wahrscheinlichkeit als den wärmsten seit Beginn der systematischen Messungen. Für die Referenzstation Uccle nennt das IRM eine vorläufige mittlere Sommertemperatur von 20,3 Grad. Die Bilanz stützt sich auf die bis Ende August vorliegenden Daten; sie bleibt vorläufig, bis alle Reihen qualitätsgesichert sind.

Als Hauptgründe nennt das IRM mehrere aufeinanderfolgende Hitzewellen, anhaltenden Zustrom warmer Luftmassen aus dem Süden und verbreitete Trockenheit. Diese Faktoren erhöhten die Tages- und Nachttemperaturen über weite Teile des Landes. Endgültige Rangfolgen gegenüber bisherigen Rekordjahren will das Institut nach Abschluss der Datenprüfung veröffentlichen.

Parallel zu den Klimadaten meldet Sciensano während der Hitzewelle vom 18. Juni bis 1. Juli 2026 eine ausgeprägte Überschusssterblichkeit. Vorläufige Auswertungen deuten auf mehrere hundert zusätzliche Todesfälle im Vergleich zu erwarteten Werten hin; in einigen zusammenfassenden Berichten ist von über tausend die Rede. Sciensano betont, dass solche Ausschläge bei anhaltender Hitze regelmäßig auftreten, und empfiehlt gezielte Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Gruppen, vor allem in Pflegeeinrichtungen sowie in der ambulanten Versorgung.

Für Belgien ergibt sich damit ein doppeltes Bild: meteorologische Rekorde und spürbare gesundheitliche Folgen. Das IRM verweist darauf, dass die Sommerbilanz 2026 nach der Validierung geringfügig abweichen kann. Inhaltlich ändert dies an der Einschätzung wenig: Die Abfolge extremer Tage und Nächte, frühe und späte Hitzephasen sowie die flächige Trockenheit kennzeichnen den Sommer ungewöhnlich deutlich.

Sciensano und die regionalen Gesundheitsbehörden in Brüssel, Wallonien und Flandern haben begonnen, Erfahrungen aus dem Juni zu bündeln. Diskutiert werden unter anderem hitzetaugliche Einsatzpläne für Pflege- und Betreuungseinrichtungen, eine bessere Ansprache alleinlebender älterer Menschen, Stadtgrün und Kühlräume, der Ausbau von Warnketten zwischen Wetterdienst, Kommunen und Gesundheitsdiensten sowie die Evaluierung bestehender Hitzeschutzpläne.

Beobachter verorten die Befunde in einem längerfristigen Trend zu häufigeren und intensiveren Hitzewellen in Belgien. Konkrete Folgeschritte – von baulicher Vorsorge über Arbeits- und Schulorganisation bis zur Versorgungsplanung im Gesundheitswesen – werden nun auf regionaler Ebene geprüft. Endgültige Klimabilanzen des IRM und eine detaillierte Mortalitätsanalyse von Sciensano werden in den kommenden Wochen erwartet.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk