Der Automobil- und Industrielieferant Schaeffler hat am 3. November 2026 ein neues Programm zur Ergebnisverbesserung angekündigt. Es umfasst den Abbau von 3.460 Stellen in Europa und die Schließung von fünf Standorten. Betroffen ist auch Belgien: Schaeffler nennt den Standort Herstal in der Provinz Lüttich. Die Maßnahmen sollen überwiegend bis 2028 umgesetzt werden.
Nach Angaben des Unternehmens entfallen von den vorgesehenen Stellenstreichungen rund 2.660 auf Deutschland, wo vier Standorte geschlossen werden. In Frankreich und in der Slowakei sind Anpassungen an Produktions- und Entwicklungskapazitäten geplant. Schaeffler begründet die Schritte mit schwacher Nachfrage, Überkapazitäten in Teilen des Portfolios, einem langsamer als erwartet verlaufenden Übergang zur Elektromobilität sowie verstärktem Wettbewerbsdruck in der Zulieferindustrie.
Finanziell rechnet das Unternehmen mit einmaligen Restrukturierungskosten von rund 480 Millionen Euro und mit jährlichen Einsparungen von etwa 300 Millionen Euro ab 2030. Der Fahrplan soll den Angaben zufolge im Dialog mit Arbeitnehmervertretungen konkretisiert werden. Lokale Mitarbeiterversammlungen sollen die Belegschaften über weitere Details informieren.
Für Belgien ist die Nennung von Herstal von unmittelbarer Bedeutung. Die Industrieregion um Lüttich verfügt über spezialisierte Fertigungen und ein enges Zuliefernetz. Auch wenn die direkte Auswirkung auf die Zahl der Arbeitsplätze in Belgien begrenzt sein dürfte, signalisiert die Entscheidung den anhaltenden Konsolidierungsdruck in europäischen Wertschöpfungsketten der Mobilitätsbranche. In der Praxis dürfte der Prozess in Belgien die gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationen mit Arbeitnehmervertretungen auslösen. Je nach rechtlicher Struktur und Beschäftigtenzahl des Betriebs kommen dabei auch spezifische belgische Regelungen zu Schließungen in Betracht, einschließlich möglicher Ansprüche aus dem Schließungsfonds.
Gewerkschaften und regionale Akteure in Belgien und Deutschland werden voraussichtlich den Dialog über Alternativen, zeitliche Abläufe und soziale Begleitmaßnahmen suchen. Für die Branche insgesamt erhöht die Entscheidung den Druck auf Standorte mit kostenintensiven Strukturen und auf Segmente, in denen die Nachfrage schwach bleibt. Branchenbeobachter erwarten, dass sich Investitionen stärker auf profitablere Produktlinien und auf Bereiche mit klaren Wachstumsperspektiven konzentrieren.
Schaeffler betont, die Maßnahmen mit dem Ziel der Sozialverträglichkeit umzusetzen. Konkrete Auswirkungen auf Produkte, Kundenbeziehungen und Auftragsbestand an den betroffenen Standorten wurden in der Mitteilung nicht im Detail genannt.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).