Der Entsorger Renewi hat nach übereinstimmenden Angaben von Betriebsrat und Gewerkschaften am 19. August 2026 eine Restrukturierung angekündigt, die in Belgien bis zu 91 Arbeitsplätze gefährden könnte. Betroffen wären vor allem Unterstützungs- und Verwaltungsfunktionen. Das Management bezeichnete die Zahl als indikatives Maximum und leitete das nach belgischem Recht vorgesehene Konsultationsverfahren ein. Die länderübergreifende Neuordnung betrifft auch Aktivitäten in den Niederlanden; dieser Bericht fokussiert auf die Auswirkungen in Belgien.
Renewi ist auf die Verwertung von Gewerbe- und Industrieabfällen spezialisiert. Nach Unternehmensangaben beschäftigt die Gruppe in Belgien rund 2.000 Mitarbeitende an zahlreichen Standorten. Konkrete belgische Standorte oder Abteilungen, die im Zuge der Neuorganisation entfallen könnten, wurden bislang nicht benannt.
Das Management strebt eigenen Aussagen zufolge an, die Zahl der Kündigungen durch interne Versetzungen, natürliche Fluktuation und Qualifizierungsangebote so gering wie möglich zu halten. Operative Sammeldienste und Anlagen seien nicht Gegenstand der nun anstehenden Umstrukturierung in den Unterstützungsbereichen, heißt es. Endgültige Entscheidungen stehen erst nach Abschluss der Konsultationen an.
Gewerkschaften fordern detaillierte Zahlen zur wirtschaftlichen Begründung, klare Zusagen zu einem Sozialplan und die vorrangige Wiedereingliederung betroffener Mitarbeitender innerhalb des Unternehmens. Sie verweisen darauf, dass Änderungen in zentralen Verwaltungsfunktionen mittelbare Auswirkungen auf Dienstleistungen und Kundenbeziehungen haben können. Zeitpläne für mögliche Personalmaßnahmen sowie konkrete Entschädigungsregeln wurden bislang nicht veröffentlicht.
Als Hintergrund nennt Renewi Effizienzprogramme und eine fortlaufende Portfolioanpassung in Europa. Das Unternehmen verweist auf veränderte Marktbedingungen, Mengenschwankungen und die Notwendigkeit, Prozesse zu straffen. In belgischen Einheiten wurden in den vergangenen Jahren zugleich Investitionen in Technik und Wasserbehandlung angekündigt, was die Ausrichtung auf höherwertige Verwertungsschritte unterstreichen soll.
Zum jetzigen Zeitpunkt liegt keine umfassende offizielle Pressemitteilung mit einer Liste betroffener belgischer Bereiche vor. Die weitere Entwicklung hängt vom Verlauf der gesetzlich vorgeschriebenen Anhörungen ab. Erst danach kann über Umfang, zeitliche Staffelung und Ausgestaltung eines möglichen Stellenabbaus entschieden werden. Bis dahin sind die genannten Zahlen als vorläufige Orientierungswerte zu verstehen.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).