Die Provinz Hennegau bereitet die Anlage einer temporären Überflutungszone (Zone d’immersion temporaire) im Tal des Ruisseau de la Ronce vor. Der Standort liegt in Seneffe, Ortsteil Arquennes, im Bereich der Rue de Rosseignies. Ziel ist es, bei Starkregen Wasser vorübergehend zurückzuhalten und Abflussspitzen zu dämpfen, um tiefer gelegene Wohnquartiere besser zu schützen. Der Regionalanbieter Antenne Centre meldete das Vorhaben am 4. September 2026; einschlägige Verwaltungsunterlagen der Provinz belegen, dass vorbereitende Schritte bereits angelaufen sind.
Die geplante Rückhaltefläche soll einen natürlichen Geländeeinschnitt nutzen, in dem sich Niederschlagswasser bei Extremereignissen kontrolliert ausbreiten kann. Danach wird es gedrosselt in den Bachlauf zurückgeführt. Angaben zu Speichervolumen, Bauzeit und Kosten liegen öffentlich noch nicht vor; sie sind üblicherweise Bestandteil der technischen Vorstudien und der Umweltberichte. Nach aktuellem Stand handelt es sich um eine Vorbereitungsetappe mit fachlicher Prüfung und Flächenklärung, nicht um einen förmlichen Baubeschluss.
Hinweise auf die administrative Verankerung des Projekts finden sich seit 2024 und 2025 in Tagesordnungen und Projektlisten des Provinzialrats, die ZIT-Vorhaben in der Gemeinde Seneffe nennen, darunter am Ruisseau de la Ronce. Für die weitere Umsetzung sind Grundstücksverhandlungen, Umweltverträglichkeitsprüfungen und gegebenenfalls wasserrechtliche Genehmigungen erforderlich. Zuständig und beteiligt sind die Provinz Hennegau, die Gemeinde Seneffe sowie der wallonische Umwelt- und Gewässerdienst SPW Environnement. Die Ausgestaltung muss zudem Verkehrs- und Landnutzungsfragen in der unmittelbaren Nachbarschaft berücksichtigen.
In Wallonien gelten Zone d’immersion temporaire als ergänzendes Instrument des Hochwasserschutzes. Sie schaffen Retentionsraum, reduzieren Spitzenabflüsse und können – bei naturnaher Planung – ökologische Aufwertungen im Flussraum ermöglichen. Fachleute verweisen zugleich auf Voraussetzungen für ihre Wirksamkeit: ausreichend bemessene Speicherräume, verlässliche Steuerung der Zu- und Ableitung sowie die Einbindung der Anliegerinnen und Anlieger in Information und Wartungsregime.
Ein belastbarer Zeitplan für den Start möglicher Arbeiten liegt derzeit nicht vor. Die Provinz und die Gemeinde wollen weitere Details nach Abschluss der Vorstudien und der behördlichen Prüfungen veröffentlichen. Bis dahin bleibt das Vorhaben eine Planung mit dokumentierten Vorarbeiten. Prognosen zu Baukosten oder Fertigstellung sind ohne die entsprechenden Akten nicht seriös möglich.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).