Die Provinz Ostflandern hat am 26. August 2026 in Zwalm die Kampagne „Modder op de weg? Samen alert!“ gestartet. Nach Angaben der Provinzgouverneurin Carina Van Cauter wurden im Vorjahr 75 Verkehrsunfälle erfasst, bei denen Schlamm auf der Fahrbahn eine Mitursache war; 51 endeten mit Personenschaden. Mit der Offensive will die Provinz die Zahl der witterungs- und saisonbedingt gehäuften Rutschunfälle senken.
Adressaten sind zum einen Verursacher wie Landwirte, Lohnunternehmer und Bauunternehmen, zum anderen alle Verkehrsteilnehmer. Die Provinz betont geteilte Verantwortung: Betriebe sollen Verschmutzungen soweit möglich vermeiden, Spuren zeitnah beseitigen und bei unvermeidbaren Fahrten deutlich warnen. Verkehrsteilnehmer werden aufgefordert, Tempo und Fahrstil anzupassen – besonders bei Nässe sowie in Aussaat- und Erntezeiten, wenn verschmutzte Straßenabschnitte häufiger auftreten.
Zur Umsetzung stellt die Provinz Ostflandern Kommunen und Betrieben Informationsmaterial und praktische Leitfäden zur Verfügung. Geplant sind Hinweise zu Arbeitsabläufen, zu kurzfristigen Warnmöglichkeiten an Gefahrenstellen und zu Kooperationen zwischen Gemeinden, Landwirten und Straßenunterhaltung. Die Verwaltung verweist zudem auf Ansprechstellen, die Fragen zu Haftung, Reinigung und Abstimmung mit lokalen Behörden klären.
Rechtlich gilt: Wer eine Gefahr verursacht, kann haftbar sein. Warnhinweise mindern Risiken, ersetzen aber nicht Sorgfaltspflichten. Die Provinzverwaltung trennt diese rechtlichen Aspekte explizit von der Sensibilisierung: Nicht Schuldzuweisungen stehen im Vordergrund, sondern praktikable Vereinbarungen, die das unmittelbare Risiko reduzieren und das Bewusstsein dauerhaft stärken.
Die Maßnahme reagiert auf einen wiederkehrenden Schwerpunkt der Verkehrssicherheit in ländlich geprägten Gebieten der Provinz. Schlamm, Erde und Erntegut können in Verbindung mit Regen eine schmierige Schicht bilden, die Bremswege verlängert und Stürze oder Schleudern begünstigt. Die Kampagne setzt deshalb auf einfache, lokal umsetzbare Mittel – von abgestimmten Fahrtrouten bis zu rascher Reinigung – sowie auf klare Kommunikation zwischen Betrieben, Gemeinden und Anrainern.
Eine messbare Wirkung ist kurzfristig schwer nachzuweisen; die Provinz Ostflandern kündigt an, Rückmeldungen von Kommunen und Branchenvertretern auszuwerten und bei Bedarf nachzusteuern. Der Auftakt in Zwalm markiert den Beginn der Schwerpunktphase zur Ernte- und Aussaatperiode, in der die Maßnahmen besonders greifen sollen.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).