In Ostende hat die Energiegenossenschaft Beauvent am 24. September mit der nächsten Ausbaustufe des Warmtenet Oostende begonnen. Kern des Projekts ist die Nutzung von Abwärme der Abfallenergieanlage Biostoom als zusätzliche Quelle für das kommunale Wärmenetz. Begleitend entstehen eine neue Wärmezentrale, rund zwei Kilometer zusätzliche Leitungen sowie eine großvolumige thermische Speicheranlage. Laut den Projektträgern soll die Pufferlösung helfen, die Innenstadt von Ostende künftig verlässlicher und mit geringeren Emissionen zu versorgen.
Das unter der Bezeichnung Oostendse WarmteBuffer 1 (OWB1) geführte Vorhaben sieht einen Speicher vor, der Wärme aus Entspannungsdampf der Biostoom-Turbine zwischenspeichert und bedarfsgerecht ins Netz abgibt. In den vorliegenden Projektunterlagen wird der Speicher als für den Wohnungsmarkt außergewöhnlich groß beschrieben; nach Angaben der Betreiber handelt es sich um den bislang größten wohnungsbezogenen Wärmepuffer in Belgien. Ziel ist, Erzeugung und Nachfrage zeitlich zu entkoppeln und so Spitzenlasten zu glätten sowie die Einspeisung industrieller Restwärme zu erhöhen.
Beauvent betont das kooperative Finanzierungsmodell. Ab 1. Oktober können sich Bürgerinnen und Bürger finanziell beteiligen. Details zu Konditionen und Laufzeiten liegen nach Angaben des Unternehmens zum Zeichnungsstart vor. Über konkrete Anschlusszahlen, Bauabschnitte und den Inbetriebnahmezeitpunkt informieren die Projektträger schrittweise; Genehmigungen und technische Anpassungen werden parallel umgesetzt.
Das Warmtenet Oostende ist Teil einer breiteren Entwicklung von Wärmeverbünden in Flandern. Die Verknüpfung kommunaler Netze mit industrieller Abwärme gilt als zentraler Baustein, um Gebäudeemissionen zu senken und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Für Ostende ist die Einbindung von Biostoom strategisch, weil die Quelle kontinuierlich Wärme liefert und damit Gas- oder Ölkessel im Netz ergänzen oder teilweise ersetzen kann. Die Kombination mit einem großen Speicher soll die Flexibilität weiter erhöhen und Witterungs- oder Nachfrageschwankungen abfedern.
Offen bleibt, wie viele Bestandswohnungen kurzfristig angeschlossen werden können und wie schnell Neubauquartiere folgen. Ebenso hängt die tatsächliche Emissionsminderung davon ab, in welchem Umfang die Abwärme die bisherige Wärmeerzeugung verdrängt. Klar ist: Mit dem Baustart der Leitungen und der Wärmezentrale ist der nächste Schritt zur Ausweitung des Netzes erfolgt; die Bürgerbeteiligung soll die lokale Akzeptanz und die Kapitalbasis stärken.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).