OpenAI führt ab der kommenden Woche Werbung in ChatGPT in Europa ein. Das Unternehmen hatte am 19. August 2026 angekündigt, die Anzeigen in 31 europäische Länder auszurollen – Belgien eingeschlossen. Nach Unternehmensangaben betrifft die Neuerung vor allem die kostenlose Nutzung; zahlende Abonnements sollen weiterhin ohne Anzeigen bleiben.
Die Werbeeinblendungen sollen als gesponserte Inhalte klar erkennbar gekennzeichnet und räumlich von den Antworten des Chatbots getrennt angezeigt werden. OpenAI betont zudem, dass Werbetreibende keinen Zugriff auf private Chatverläufe erhalten und Anzeigen die inhaltliche Antwort des Modells nicht beeinflussen. Zunächst wurden entsprechende Formate in den USA erprobt, nun folgt die Ausweitung auf Europa. In Belgien sollen die Einblendungen schrittweise sichtbar werden.
Belgische Medien wie VRT NWS ordneten die Ankündigung in die Debatte um Transparenzanforderungen für KI-Dienste ein. Regulativ fällt der Zeitpunkt zusammen mit neuen EU-Vorgaben zur Kennzeichnung und Nachvollziehbarkeit, die seit Anfang August 2026 angewendet werden. Die Europäische Kommission hat die Durchsetzung entsprechender Transparenzpflichten unter dem EU-AI-Act gestartet; sie zielen unter anderem darauf, Nutzer klar zu informieren, wenn Inhalte durch KI-Systeme beeinflusst sind.
Für Belgien stellen sich damit vor allem datenschutz- und verbraucherrechtliche Fragen: Auf welcher Rechtsgrundlage werden personenbezogene Daten für die Ausspielung von Anzeigen verarbeitet, und in welchem Umfang erfolgt Profilbildung? Maßgeblich bleibt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Zuständig für deren Durchsetzung ist die nationale Aufsichtsbehörde; in Belgien wäre dies die Gegevensbeschermingsautoriteit (GBA/APD). Je nach Ausgestaltung der Werbeformate können zudem Regeln zur kommerziellen Kommunikation und Plattformaufsicht berührt sein, die in Belgien teilweise föderal, teils auf Ebene der Gemeinschaften ausgestaltet sind. Konkrete behördliche Prüfungen sind bislang nicht bekannt.
Faktisch ändert sich für Nutzer in Belgien damit vor allem die Oberfläche: Neben Antworten von ChatGPT können künftig zusätzliche, als Werbung markierte Module erscheinen. Ob die technische und organisatorische Trennung der Anzeigen von der eigentlichen Assistenzkommunikation den Zusagen von OpenAI entspricht, wird sich im laufenden Betrieb zeigen. Klar ist: Die Einführung in 31 europäische Länder weitet ein bereits getestetes Geschäftsmodell aus; wie stark die Anzeigenfrequenz ausfällt und ob es zu Anpassungen an EU-rechtliche Anforderungen kommt, hängt von der Umsetzung und etwaigen Auflagen ab.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).