North Sea Port und mehrere Hochschulen sowie Universitäten aus Gent und der niederländischen Provinz Zeeland haben am 26. August 2026 eine Intensivierung ihrer Zusammenarbeit angekündigt. Ziel ist es, Studierende stärker für technische Tätigkeiten in der Hafenwirtschaft zu qualifizieren. Anlass war ein Besuch von Leitungen der beteiligten Bildungseinrichtungen in der grenzüberschreitenden Hafenregion. Nach Angaben der Partner werden Bedarfe aus der Praxis künftig systematischer in Studieninhalte einfließen.
Der Hafenverbund, der die Standorte Gent (Ostflandern) sowie Vlissingen und Terneuzen (Zeeland) vereint, verweist auf Engpässe bei technischen Profilen. Besonders gefragt seien Ingenieurinnen und Ingenieure, Technikerinnen und Techniker sowie IT-Fachkräfte mit Kenntnissen in Instandhaltung, Automatisierung, Kältetechnik und digitaler Logistik. Hochschulseitig geht es um eine engere Abstimmung von Modulen, praxisnahe Lehrformate und projektbezogene Abschlussarbeiten. Auch mehr Exkursionen, Praktika und gemeinsame Veranstaltungen zwischen Unternehmen im Hafen und Studierenden sind vorgesehen. Konkrete Zeitpläne und Formate wollen die Beteiligten in den kommenden Monaten ausarbeiten.
Die Initiative knüpft an die Struktur von North Sea Port als grenzüberschreitendem Wirtschaftsraum an. Unterschiedliche Zuständigkeiten in Flandern und den Niederlanden – von Bildungsfragen bis zur Arbeitsmarktpolitik – erfordern abgestimmte Lösungen, etwa bei Anerkennung von Qualifikationen und sprachlicher Ausbildung. Die Universität Gent und regionale Hochschulen aus Zeeland sehen darin die Chance, Studiengänge näher an Industrieanforderungen auszurichten und den Übergang in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Aus Sicht des Hafens stärkt die Kooperation die regionale Talentpipeline und unterstützt Innovationsfelder wie Infrastrukturmanagement und Energiewende.
Öffentliche Förderzusagen oder rechtlich verbindliche Vorgaben wurden am 26. August nicht genannt. Zuständigkeiten bleiben in Belgien zwischen Föderalstaat, Regionen und Gemeinschaften sowie in den Niederlanden zwischen Provinz und Ministerien verteilt. Die Partner betonen, dass diese föderalen Rahmenbedingungen bei der Ausgestaltung der Maßnahmen berücksichtigt werden.
Hintergrund: North Sea Port ist seit der Fusion der Hafenstandorte Gent, Vlissingen und Terneuzen eine der zentralen Logistikdrehscheiben an der Nordsee. Für die exportorientierte Industrie in Ostflandern und Zeeland gelten verlässliche technische Fachkräfte als Schlüsselressource. Die jetzt vereinbarte Vertiefung der Zusammenarbeit soll den Fachkräftebedarf präziser adressieren und den Praxisbezug in der Ausbildung erhöhen.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).