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Nach Krawallen in Lüttich ermittelt die Staatsanwaltschaft – über 100 Festnahmen

Nach den Ausschreitungen vom 6. und 7. Oktober in Lüttich laufen Ermittlungen. Polizei und Stadt beziffern die Zahl der Festnahmen seit Beginn der Proteste auf über 100.

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen vom 6. und 7. Oktober in der Innenstadt von Lüttich ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Sachbeschädigungen, Branddelikten und weiterer mutmaßlicher Gewalttaten. Polizei und Stadtverwaltung sprechen seit Beginn der Jugend- und Studentenproteste Anfang Oktober von über 100 vorläufigen Festnahmen. Laut Polizei wurden am Dienstag und Mittwoch jeweils mehrere Dutzend Personen festgesetzt; für einzelne Tage wurden 46 beziehungsweise 53 Festnahmen genannt. Die Maßnahmen begründeten die Behörden mit Gefahrenabwehr und dem Schutz von Gewerbetreibenden.

Aus zunächst friedlichen Versammlungen und Schulblockaden hatten sich an beiden Tagen wiederholt Konfrontationen mit Einsatzkräften entwickelt. Es kam zu zerstörten Schaufenstern, vereinzelten Bränden und Angriffen auf Geschäfte. Der Bürgermeister erließ vorübergehende Verbote größerer Versammlungen; die Stadt forderte Ladeninhaberinnen und Ladeninhaber zu zusätzlichen Schutzvorkehrungen auf. Die Staatsanwaltschaft von Lüttich kündigte an, die vorliegenden Fälle zügig zu prüfen und Verfahren dort einzuleiten, wo ein hinreichender Tatverdacht besteht. Konkrete Anklagen und verwaltungsrechtliche Entscheidungen stehen noch aus.

Zur Einordnung der Eskalation verweisen Polizei und Staatsanwaltschaft auf externe Gruppen sowie auf Teilnehmer, die den Protest nach ihrer Darstellung für Vandalismus instrumentalisiert hätten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstrationen betonten hingegen, es gehe um Widerstand gegen wahrgenommene Einsparungen im Bildungsbereich, steigende Kosten für Studierende und die unzureichende Ausstattung von Schulen. Diese gegensätzlichen Lesarten prägen die öffentliche Debatte in Lüttich seit dem 1. Oktober, dem Auftakt der jüngsten Mobilisierungen.

Die Proteste in der wallonischen Stadt sind eingebettet in eine breitere Welle von Jugend- und Studentenprotesten in der französischsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Medienberichte verweisen auf Parallelen zu zeitgleichen Mobilisierungen in Frankreich. Nach Berichten von RTBF, La Dernière Heure, Le Monde und Al Jazeera bestätigten die Behörden in Lüttich den Umfang der Polizeieinsätze rund um den 6. und 7. Oktober sowie die seither angestiegene Zahl der Festnahmen.

Offen ist, ob die Ereignisse politische Konsequenzen nach sich ziehen. Aus Behördenkreisen heißt es, man beobachte die Lage aufmerksam und bereite sich auf weitere Einsätze vor, sollten neue Ausschreitungen drohen. Zugleich betonen zahlreiche Beteiligte, der Kern der studentischen Forderungen richte sich auf Bildungspolitik und soziale Lage – Themen, die über Lüttich hinausreichen.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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