In Lommel ist am 29. August ein Kunstwerk zur Erinnerung an zwei Opfer der sogenannten Dodendraad enthüllt worden. Das Werk der Künstlerin Karin Van Ommeren ehrt die Lommeler Einwohner Peter Van den Eynde und Elisa Poets, die 1916 an der damals elektrifizierten Grenze zwischen Belgien und den Niederlanden ums Leben kamen. Die Enthüllung fand an der Blauwe Kei in Lommel in der Provinz Limburg statt.
Nach übereinstimmenden Berichten, unter anderem von VRT NWS, stand die Gedenkfeier 110 Jahre nach dem Tod der beiden im Zeichen der lokalen Erinnerungskultur. Die Dodendraad – eine von der deutschen Besatzungsmacht 1915 errichtete und bis 1918 betriebene Hochspannungsbarriere – trennte das besetzte Belgien vom neutralen Nachbarstaat. Der Versuch, die Sperre zu überwinden, endete für viele Flüchtlinge, Schmuggler und Deserteure tödlich.
Lommel liegt unweit der historischen Grenzlinie. In der Stadt und der Umgebung sind eine Reihe von Opfern dokumentiert, darunter die nun namentlich gewürdigten Peter Van den Eynde und Elisa Poets. Mit der dauerhaften Installation an der Blauwe Kei soll die individuelle Biografie der beiden sichtbar bleiben und zugleich auf die Folgen der Grenzsperre für die gesamte Region verweisen. Die Stadt Lommel unterstützte die Aufstellung des Werks vor Ort.
Die Initiative zur Ehrung wurde vorab lokal angekündigt und in der regionalen Presse begleitet, darunter von Het Nieuwsblad und Internetgazet Lommel. In den Berichten werden die historischen Hintergründe der Dodendraad präzise eingeordnet: Ziel der Barriere war es, Fluchtbewegungen und unerlaubte Grenzübertritte zu unterbinden. Die Hochspannung, Warnschilder und Wachposten machten die Grenze zu einer lebensgefährlichen Trennlinie, deren Wirkung bis heute in zahlreichen Gemeinden des Grenzraums erinnert wird.
Offizielle Angaben zu ergänzenden Vermittlungsformaten rund um das neue Kunstwerk – etwa pädagogische Angebote oder digitale Begleitinformationen – lagen am Samstag zunächst nicht vor. Klar ist jedoch, dass die Enthüllung den bestehenden erinnerungskulturellen Faden in der Provinz Limburg aufgreift, in dem lokale Vereine, Museen und Kommunen seit Jahren an die Dodendraad und ihre Opfer erinnern. Die nun erfolgte Würdigung in Lommel fügt dieser regionalen Topografie des Ersten Weltkriegs einen neuen, konkret verorteten Bezugspunkt hinzu.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).