Gesellschaft

Jeder achte Haushalt in Belgien ist 2024 wasserarm – Brüssel 23,2 Prozent

Neue Auswertungen melden für 2024 Wasserarmut bei rund 12,5 Prozent der Haushalte in Belgien; in der Region Brüssel-Hauptstadt sind 23,2 Prozent betroffen.

Aktuelle Auswertungen weisen für 2024 in Belgien eine ausgeprägte Wasserarmut aus: Etwa jeder achte Haushalt gilt als betroffen. Am stärksten ist die Lage in der Region Brüssel-Hauptstadt, wo 23,2 Prozent der Haushalte als wasserarm eingestuft werden. Das meldeten unter anderem RTBF mit Verweis auf jüngste Veröffentlichungen, darunter Analysen des Brüsseler Regulierers BRUGEL und Berichte der regionalen Umweltverwaltung Bruxelles Environnement.

Als wasserarm gelten Haushalte, die ihren notwendigen Bedarf an sauberem, sicherem und bezahlbarem Leitungswasser nicht decken können. Die Einstufung erfolgt anhand von Indikatoren, die unter anderem Einkommen, Rechnungsbelastung und Abrechnungsmodalitäten berücksichtigen. Für Brüssel verweisen BRUGEL und Bruxelles Environnement seit Längerem auf strukturelle Besonderheiten des Wohnungsbestands: Über Sammelzähler abgerechnete Mehrfamilienhäuser, Schätzabrechnungen und intransparent verteilte Kosten erhöhen dort für viele Mieterinnen und Mieter das Risiko. Zugleich treffen die Belastungen überdurchschnittlich häufig Haushalte mit niedrigen Einkommen.

Im landesweiten Vergleich liegen die Quoten in Wallonien und Flandern laut den verfügbaren Berichten unter dem Brüsseler Wert, bleiben jedoch ein sozialpolitisch relevantes Problem. Einheitliche nationale Zahlen sind methodisch anspruchsvoll, weil Wasserpreise, Sozialtarife und Zuständigkeiten regional geregelt sind. In Belgien teilen sich Föderalstaat, Regionen und Gemeinden Verantwortung für Sozialpolitik, Netzinfrastruktur, Preisregulierung und Verbraucherschutz – ein Umstand, der Maßnahmen gegen Wasserarmut koordiniert anspruchsvoll macht.

Behörden und Fachstellen benennen drei wiederkehrende Treiber: geringe Haushaltseinkommen, relativ hohe Wasser- und Nebenkosten sowie kollektive Abrechnungssysteme mit Sammelzählern. Als Gegenmittel werden in Brüssel und anderen Landesteilen diskutiert: sozial gestaffelte Tarife, zielgenaue Unterstützung bei Zahlungsrückständen, eine klarere Aufschlüsselung der Nebenkosten in Mietverhältnissen sowie technische und rechtliche Verbesserungen bei der individuellen Verbrauchserfassung. BRUGEL empfiehlt in diesem Zusammenhang ein abgestimmtes Vorgehen mit den Versorgern und den kommunalen Verwaltungen.

Prognosen bleiben vorsichtig: Fachstellen erwarten allenfalls eine Stabilisierung der Lage, sofern soziale Tarife fortentwickelt, Abrechnungspraktiken verbessert und Schutzmechanismen gegen Wasserabsperrungen verlässlich umgesetzt werden. Ob sich die Lage 2025 und 2026 messbar bessert, hängt nach Einschätzung von Regulierern und Umweltverwaltungen von der Wirksamkeit der vereinbarten Maßnahmen und der allgemeinen Einkommensentwicklung ab. Die vorliegenden Prozentwerte beziehen sich auf 2024; spätere Veränderungen bedürfen einer erneuten, einheitlich erhobenen Datengrundlage.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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