Der italienische Fernverkehrsanbieter Italo hat am 10. September 2026 bekräftigt, nach seinem geplanten Markteintritt in Deutschland auch Verbindungen nach Belgien und in die Niederlande zu prüfen. Als frühestmöglichen Startzeitraum nannte das Unternehmen 2030 bis 2031. Italo knüpft diese Perspektive ausdrücklich an die rechtzeitige Lieferung und Zulassung neuer Hochgeschwindigkeitszüge sowie an verfügbare Kapazitäten auf den relevanten Strecken.
Hintergrund ist ein im Sommer 2026 vereinbarter Großauftrag an Siemens: Bestellt wurden Velaro-Mehrsystemzüge, die für verschiedene europäische Stromsysteme und Zugsicherungen ausgelegt sind. Für Deutschland plant Italo nach eigenen Angaben einen Betriebsstart Mitte 2028. Die gleiche Fahrzeugplattform könnte grenzüberschreitend eingesetzt werden, steht jedoch in jedem Zielland unter dem Vorbehalt einer nationalen Zulassung und der Zuweisung marktfähiger Trassen.
Für Belgien wären vor allem die staatliche Bahngesellschaft NMBS/SNCB und der Infrastrukturbetreiber Infrabel zentrale Ansprechpartner. In den Niederlanden wären dies ProRail und NS International. Auf dem Weg zu möglichen Angeboten unterscheidet Italo drei Prüfpfade: erstens die technische Zulassung der Fahrzeuge für die jeweiligen Strom- und Sicherungssysteme, zweitens die Vergabe von Trassen auf Hochgeschwindigkeits- und Bestandsstrecken, drittens vertragliche und kommerzielle Absprachen mit den Infrastrukturbetreibern und zuständigen Behörden.
Politisch stützt die EU-Marktöffnung im grenzüberschreitenden Schienenfernverkehr den Wettbewerb. Praktisch bleibt der Eintritt neuer Anbieter komplex und zeitaufwendig, wie Erfahrungen in anderen Korridoren zeigen. Italo betont, derzeit nur Planungsabsichten zu verfolgen. Konkrete Linienführungen, Zwischenhalte, Fahrzeiten oder Preise für Verbindungen nach Belgien oder in die Niederlande liegen nicht vor. Entscheidungen werden demnach erst nach Abschluss der technischen Zulassungen und bilateraler Verhandlungen erwartet.
Für Belgien wäre ein zusätzlicher Hochgeschwindigkeitsanbieter über die bestehenden Verbindungen hinaus vor allem auf den Achsen nach Deutschland und in die Niederlande von Bedeutung. Ob und wann es dazu kommt, hängt maßgeblich von der Fahrzeugzulassung, den freien Kapazitäten insbesondere auf stark belegten Korridoren sowie vom wirtschaftlichen Zuschnitt möglicher Angebote ab. Eine Festlegung auf konkrete Startdaten gibt es nicht; das Zeitfenster ab 2030 ist eine unternehmerische Zielmarke unter Bedingungen, keine Zusage.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).