Indiens Premierminister Narendra Modi und Belgiens Premierminister Bart De Wever haben bei einem Treffen am 3. September 2026 in New Delhi das gemeinsame Ziel bekräftigt, den bilateralen Handel binnen fünf Jahren zu verdoppeln. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor, die nach den Gesprächen im Hyderabad House veröffentlicht wurde und den offiziellen Arbeitsbesuch De Wevers in Indien (2. bis 4. September) abschloss.
Inhaltlich setzen beide Regierungen Schwerpunkte in der Verteidigungsindustrie, bei sauberer Energie, kritischen Rohstoffen und Halbleitern. Zudem sieht das Kommuniqué einen „fast-track mechanism“ für belgische Investitionen in Indien vor. Als Instrument für größere Projekte wird eine engere Zusammenarbeit zwischen dem belgischen Staatsfonds und dem indischen National Investment and Infrastructure Fund genannt; darüber hinaus ist die Schaffung eines „Indo-Belgian economic and investment corridor“ vorgesehen.
Die Erklärung verweist auf die EU‑indische Handelsagenda; ausdrücklich genannt werden die laufenden Verhandlungen über ein mögliches India–EU Free Trade Agreement. Konkrete Ausgangswerte für das angestrebte Handelswachstum führt das bilaterale Dokument nicht aus; in den begleitenden Hinweisen wird auf jüngste Zuwächse im Warenverkehr und auf den traditionell bedeutenden Diamantenhandel verwiesen. Faktisch liegt der Austausch mit Indien für Belgien unter dem Niveau Indiens mit größeren EU‑Partnern, die Prioritätensetzung zielt daher auf Technologie, Sicherheit und Lieferketten.
Bereits am 15. Juli 2026 hatten beide Seiten im Rahmen des Belgium-India Strategic Dialogue eine strategische Grundlage abgesteckt. Die nun vorgelegte gemeinsame Erklärung präzisiert Wirtschafts- und Sicherheitsfelder, in denen engere Kooperation angestrebt wird, und benennt Verfahrenswege, um Investitionen zu beschleunigen.
Für Belgien ist die Initiative Teil einer Diversifizierung seiner Außenwirtschaft in Richtung Zukunftsbranchen, flankiert von industriepolitischen Interessen und dem Versuch, Abhängigkeiten zu streuen. Für Indien fügt sich das Ziel in eine breitere Außenwirtschaftsstrategie, die Standortentscheidungen internationaler Unternehmen, Technologiepartnerschaften und die Resilienz von Lieferketten in den Mittelpunkt stellt.
Die vorliegenden Punkte sind Absichtserklärungen. Aussagen zu Umfang, Zeitplänen oder finanziellen Verpflichtungen bedürfen eigener Vereinbarungen oder Folgedokumente. Beide Regierungen heben in der Erklärung die Bedeutung regelmäßiger hochrangiger Konsultationen hervor; praktische Fortschritte werden an Umsetzungsabkommen, Investitionsentscheidungen und der Ausgestaltung des angekündigten Beschleunigungsverfahrens für Projekte zu messen sein.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).