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Immobilienbranche in Belgien fordert niedrigere Mehrwertsteuer auf Neubauten

Belgiens Bau- und Immobilienverbände drängen angesichts rückläufiger Genehmigungen und hoher Kosten auf eine Senkung der Mehrwertsteuer für Neubauten. Die föderale Regierung verweist auf bestehende 6‑Prozent‑Ausnahmen, prüft aber keine allgemeine Reform.

Belgische Bau- und Immobilienverbände haben am 8. September 2026 erneut eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Neubauten gefordert. Die Branche verweist auf rückläufige Genehmigungen, gestiegene Bau- und Finanzierungskosten sowie eine angespannte Nachfrage, die den Wohnungsmarkt zunehmend unter Druck setze. Nach Darstellung der Verbände könnte ein niedrigerer Satz private Investitionen beschleunigen und Projekte mit mehr mittelpreisigen Wohnungen auslösen. Über die Forderung berichtete Business AM; der Branchenverband Embuild spricht von einem historisch niedrigen Niveau bei Neubaugenehmigungen.

Der rechtliche Rahmen ist klar umrissen: Grundsätzlich gilt für Neubau in Belgien ein Mehrwertsteuersatz von 21 Prozent. Der Föderaler Öffentlicher Dienst Finanzen hat jedoch gezielte Ermäßigungen von 6 Prozent für bestimmte Fälle von Abbruch und Wiederaufbau sowie für definierte energetische Maßnahmen festgelegt. Diese Ausnahmen sind an strikte Bedingungen geknüpft, etwa an die Eigennutzung und Flächenobergrenzen; für Verkäufe durch Bauträger bestehen Übergangsregeln. Eine generelle Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf alle Neubauprojekte ist bislang nicht vorgesehen.

Politisch ist die Frage heikel. Eine breitere Steuersenkung hätte spürbare Auswirkungen auf die Staatsfinanzen und berührt Zuständigkeiten zwischen Föderalstaat und Regionen. Zudem setzt das Mehrwertsteuerrecht der Europäische Union enge Leitplanken für ermäßigte Sätze. Vertreter der föderale Regierung verweisen in einschlägigen Unterlagen auf diese Budget- und Rechtsgrenzen; ein konkreter Gesetzesvorschlag zur generellen Senkung liegt nicht vor.

Als aktueller Hintergrund gelten strukturelle Hürden im Wohnungsbau: höhere Material- und Lohnkosten, strengere Energieanforderungen, steigende Zinsen und komplexe Genehmigungsverfahren. Laut Stellungnahmen von Embuild und jüngsten Beratungen im Vlaams Parlement ist die Zahl neuer Bauanträge seit Monaten rückläufig. Kommunale und regionale Förderinstrumente – etwa Prämien oder steuerliche Entlastungen bei Sanierungen – dämpfen die Kosten nur punktuell und erreichen den Neubau nur begrenzt.

Zugeschriebene Aussagen und Tatsachen sind zu trennen: Die Bewertung der Wohnungsnot und die Wirksamkeit einer Steuersenkung stammen von Branchenvertretern. Der bestehende Rechtsrahmen und die 6‑Prozent‑Ausnahmen sind amtlich dokumentiert. Ob eine breitere Entlastung kommt, ist offen und hängt von fiskalischen Prioritäten, europarechtlichen Vorgaben und den anstehenden Positionierungen der föderale Regierung ab.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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