Im Naturschutzgebiet Hohes Venn (französisch: Hautes Fagnes) dauern die Löscharbeiten nach dem Ausbruch eines großflächigen Vegetationsbrands Mitte August an. Die Einsatzleitung in der Provinz Liège berichtet am 22. August von weiterhin aktiven Glutnestern, lokal aufflammenden Bereichen und anhaltender Rauchentwicklung. Teile der Brandzone galten zeitweise als unter Kontrolle, doch die Lage bleibt wegen trockener Torfböden und wechselnder Winde volatil.
Seit dem 14. August rücken Einheiten der örtlichen Feuerwehren, unterstützt von Bodentrupps, Forstbehörden und der föderalen Protection civile, in schwer zugängliche Moore vor. Sie legen Brandschneisen, löschen Torfschichten punktuell und sichern empfindliche Infrastruktur. Luftunterstützung wurde phasenweise eingesetzt, abhängig von Sicht, Wind und Prioritäten am Boden.
Zu Umfang und Ausbreitung gibt es unterschiedliche Angaben aus der dynamischen Lage: Erste Schätzungen lagen bei etwa 60 Hektar betroffener Fläche; spätere Bewertungen veranschlagten zuletzt bis zu rund 800 Hektar. Amtliche Endzahlen liegen noch nicht vor und können sich nach Nachmessungen in Moor- und Torfbereichen ändern.
Die Brandzone liegt überwiegend auf dem Gebiet der Wallonischen Region. Großräumige Evakuierungen wurden nicht angeordnet. Die Behörden setzten jedoch Sperrungen von Wegen und Zufahrten durch, etwa in Bereichen nahe Baelen, und warnten wegen der Rauchbelastung vorübergehend auch Anwohner in angrenzenden Teilen Deutschlands und Luxemburgs. In Orten wie Monschau und dem Hürtgenwald wurden zeitweise Hinweise zu reduziertem Aufenthalt im Freien ausgesprochen.
Ursachenangaben bleiben vorläufig. Die Ermittler prüfen sowohl fahrlässige als auch natürliche Auslöser. Parallel bereiten die regionalen Stellen Schadenskartierungen und forstökologische Bewertungen vor, um Renaturierungs- und Sicherungsmaßnahmen zu priorisieren. Die Wallonische Regierung stellte in Aussicht, auf Basis der Gutachten über finanzielle Hilfen und Wiederherstellungsprogramme zu entscheiden.
Fachleute betonen, dass Torfböden noch nach Tagen oder Wochen Schwelbrände halten können. Entsprechend konzentriert sich der Einsatz derzeit weniger auf offene Flammen als auf das Auffinden und Ablöschen tiefliegender Glutnester. Für die kommenden Tage hängt die weitere Entwicklung wesentlich von Niederschlägen, Luftfeuchte und Wind ab; punktuelle Auffrischungen sind nicht auszuschließen, auch wenn die Hauptfeuerlinie mehrfach zurückgedrängt wurde.
Die Behörden verweisen darauf, ausgewiesene Sperrzonen strikt zu meiden. Für Wander- und Besucherströme im Hohen Venn gilt zunächst Vorsicht: Zugänglichkeit und Luftqualität können kurzfristig variieren, bis die Glut vollständig abgelöscht und das Moor durchfeuchtet ist.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).