In der Nacht zum 20. August haben Einsatzkräfte im Gebiet Hohes Venn (Hautes Fagnes) zahlreiche Wiederaufflammungen eingedämmt. Nach Behördenangaben ist die Lage insgesamt stabilisiert, einzelne Brandstellen werden weiterhin gezielt abgelöscht und überwacht. Die Feuer waren Mitte August im Raum Baelen in der Provinz Lüttich ausgebrochen und hatten sich über Moor- und Waldflächen ausgebreitet.
Der Service public de Wallonie und die Dienststellen des Gouverneurs der Provinz Lüttich berichten von schwierigen Bedingungen im unwegsamen Gelände: Trockene Torfböden und wechselnde Winde begünstigten Wiederentzündungen, zudem erschwerte Rauch die Sicht für Einsatztrupps am Boden. Der Krisenstab des Gouverneurs koordiniert die Einsätze und Zugangsbeschränkungen; neben lokalen Feuerwehren wurden Einheiten aus anderen Teilen Walloniens hinzugezogen. Zeitweise kamen auch Löschhubschrauber und Flugzeuge zum Einsatz, um die Arbeit der Feuerwehr am Boden in schwer zugänglichen Bereichen zu unterstützen. Die Behörden betonen, dass anhaltende Kontrollen nötig bleiben, weil sich Glut in Torfschichten lange halten kann.
Auch jenseits der Grenze wirkten die Folgen nach. Das Gouvernement du Luxembourg veröffentlichte am 17. August einen Hinweis zu erhöhter Luftbelastung und riet wegen Rauchgeruchs und Feinstaub zu Vorsicht; die Hinweise bezogen sich ausdrücklich auf die Luftqualität im Süden des Großherzogtums. Die grenzüberschreitende Abstimmung zur Lagebewertung läuft fort. Teile des Schutzgebiets im Hohen Venn bleiben für die Öffentlichkeit gesperrt, bis die Brandgefahr nachhaltig sinkt und Kontrollen abgeschlossen sind.
Zu Umfang und Schäden liegen übereinstimmende, aber teils vorläufige Angaben vor. Nach Berichten internationaler Medien und Behörden wurden weite Flächen wertvoller Hochmoore und Heide in Mitleidenschaft gezogen. Die Nachrichtenagentur Anadolu spricht von mehr als 2.700 Hektar betroffener Vegetation; eine abschließende offizielle Gesamtbilanz steht noch aus. Euronews bezeichnete den Brand als den größten in der Geschichte Belgiens, was die außergewöhnliche Dimension des Geschehens unterstreicht. Nach bisherigen amtlichen Informationen wurden keine Wohnhäuser direkt von den Flammen zerstört.
Zur Brandursache äußern sich die Ermittler zurückhaltend. Genannt wird menschliche Aktivität als möglicher Faktor, eine Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor. Fachleute weisen darauf hin, dass die Regeneration der torfgeprägten Ökosysteme Jahre beanspruchen dürfte. Die Behörden in Wallonien bitten die Bevölkerung, Sperrzonen strikt zu respektieren und offenes Feuer im Umfeld des Hohen Venns konsequent zu vermeiden. Bereits am 10. August hatte der Service public de Wallonie vor erhöhter Waldbrandgefahr gewarnt.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).