Die Provinz Hennegau hat das schulische Pilotprojekt MelodIA im Schuljahr 2025/2026 abgeschlossen. Nach Angaben der Provinzverwaltung wurde das Vorhaben an mehreren Sekundarschulen des Hennegau erprobt und mit einer Journée des Talents beendet. In den kommenden Wochen sollen Erfahrungen und Materialien zusammengeführt werden, um Nutzen, Datenschutz und pädagogische Wirksamkeit zu bewerten und über eine Ausweitung an weiteren Schulen zu entscheiden.
Kern des Projekts ist die gemeinsame Produktion von Liedern unter Anleitung der Lehrkräfte. Digitale Werkzeuge mit Elementen künstlicher Intelligenz schlagen etwa Textbausteine, Melodieskizzen oder Akkordfolgen vor, die Schülerinnen und Schüler anpassen oder verwerfen. Die Verantwortung für Auswahl, Kontext und Bewertung verbleibt ausdrücklich bei den Lehrkräften und den Klassen. Die Provinzverwaltung betont, die Technologie diene als Vermittlungsinstrument und nicht als Selbstzweck.
Besonderes Augenmerk lag auf inklusiven Ansätzen. MelodIA wurde so eingesetzt, dass auch Jugendliche mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen – etwa Lese- oder Schreibschwierigkeiten – gezielt unterstützt werden. Begleitend fanden Workshops, Präsentationen und die Erstellung von Audiomaterialien in den Schulen statt. Die Abschlussveranstaltungen dienten dazu, die erarbeiteten Stücke öffentlich zu präsentieren und Rückmeldungen einzuholen.
Für die nun startende Auswertung kündigt die Provinzverwaltung eine Prüfung von drei Bereichen an. Erstens die Nutzbarkeit im Unterrichtsalltag, also Zeitaufwand, Materialqualität und die Zusammenarbeit zwischen Fächern. Zweitens Datenschutz und Urheberrecht, insbesondere der Umgang mit personenbezogenen Daten und mit von Maschinen generierten Inhalten. Drittens die pädagogische Wirksamkeit: Welche Kompetenzen – sprachlich, musikalisch, digital – lassen sich nachweisbar fördern, und unter welchen Bedingungen?
Nach dieser Bestandsaufnahme soll entschieden werden, ob und in welcher Form MelodIA fortgesetzt oder ausgeweitet wird. Möglich sind demnach zusätzliche Fortbildungen für Lehrkräfte sowie ein klarer Rahmen zu Lizenzen, Datenspeicherung und Quellenangaben bei maschinell erzeugten Vorschlägen. Die Provinz Hennegau ordnet das Vorhaben in eine Reihe regionaler Bildungsinitiativen ein, die digitale Kompetenzen mit kreativer Vermittlung verbinden.
Der Abschluss des Pilotjahres markiert damit einen Zwischenschritt: Das Projekt ist erprobt und öffentlich präsentiert, eine landesweite Übernahme ist nicht beschlossen. Die nächsten Entscheide hängen vom Ergebnis der Auswertung ab, die der Provinzverwaltung zufolge transparent dokumentiert und den Schulen kommuniziert werden soll.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).