Aktuell

Greenpeace beziffert Übergewinne von Ölkonzernen – 1,26 Milliarden Euro in Belgien

Greenpeace meldet für den Zeitraum 1. März bis 19. Oktober 2026 EU-weite Übergewinne der Ölbranche von 35,9 Milliarden Euro. Auf Belgien entfallen 1,26 Milliarden Euro. Die Organisation fordert eine zusätzliche Abgabe auf diese Profite.

Greenpeace beziffert die Übergewinne von Ölkonzernen in der Europäischen Union für den Zeitraum vom 1. März bis zum 19. Oktober 2026 auf insgesamt 35,9 Milliarden Euro. Für Belgien weist die Umweltorganisation 1,26 Milliarden Euro aus. Die Zahlen wurden am 29. Oktober von VRT NWS aufgegriffen. Greenpeace fordert Belgien und die Europäische Union auf, eine zusätzliche Abgabe auf diese Gewinne zu beschließen, um Haushalte zu entlasten und Investitionen in erneuerbare Energien zu finanzieren.

Die Berechnung stützt sich laut Greenpeace auf ausgewertete Geschäfts- und Preisdaten, insbesondere auf Raffineriemargen im Vergleich zu einem Referenzniveau vor den jüngsten Preisspitzen sowie auf Verkaufs- und Verbrauchsdaten für Kraftstoffe in den Mitgliedstaaten. Die belgische Teilzahl ist dabei eine Verteilungsrechnung innerhalb der EU-Gesamtsumme. Konkrete nationale Gesetzesvorschläge oder belastbare Einnahmeschätzungen für Belgien legte Greenpeace nicht vor.

Greenpeace Belgien spricht in diesem Zusammenhang von „Kriegsgewinnen“ und verlangt eine zielgenaue Ausgestaltung einer Sonderabgabe, damit Mehreinnahmen spürbar bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen und den Ausbau sauberer Energie beschleunigen. Zugleich warnt die Organisation vor einer dauerhaften Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Als ergänzender Kontext verweisen Nichtregierungsorganisationen wie Transport & Environment auf seit dem Frühjahr 2026 erhöhte Margen entlang der Raffinerie- und Vertriebsstufen.

Politisch ist die Debatte nicht neu. Die Europäische Kommission hat Mitgliedstaaten in der Energiepreiskrise grundsätzlich Spielraum für befristete Übergewinnabgaben eingeräumt. Eine EU-weit einheitliche Regelung existiert jedoch bislang nicht, sodass nationale Alleingänge rechtlich und wirtschaftlich sorgfältig abgewogen werden müssen. In Belgien wären je nach Modell föderale Zuständigkeiten sowie Schnittstellen zu bestehenden Abgaben und Preisregulierungen zu klären.

Ölunternehmen und einige Ökonominnen und Ökonomen warnen vor Wettbewerbsnachteilen und Verlagerungsrisiken, falls Sonderabgaben national und ohne EU-weite Koordinierung eingeführt werden. Zudem stellt sich die Frage, wie die Bemessungsgrundlage rechtssicher definiert wird und ob eine rückwirkende Erhebung möglich und sinnvoll wäre. Befürworterinnen und Befürworter argumentieren demgegenüber, dass außergewöhnliche Gewinne in einer Ausnahmesituation einen solidarischen Beitrag zur Entlastung der Gesellschaft leisten sollten.

Unabhängig vom Ausgang der politischen Diskussion gilt: Aussagen zu künftigen Einnahmen und Verteilungswirkungen bleiben ohne formelle Vorlage der Regierung spekulativ. Die nun von Greenpeace veröffentlichten und von VRT NWS referierten Zahlen liefern allerdings einen aktuellen Anlass, die Wirksamkeit bereits bestehender Entlastungsinstrumente und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen in Belgien und der Europäischen Union neu zu prüfen.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk