Die Gewerkschaften bei De Lijn fordern am 19. August 2026 eine sofortige Aufstockung des Personals, das Videoaufnahmen von Übergriffen auf Bus- und Trampersonal sichtet und aufbereitet. Nach ihren Angaben kümmern sich derzeit nur drei Beschäftigte um diese Aufgabe – für ganz Flandern. Das sei deutlich zu wenig, zumal Kontrolleure demnächst auch mit Bodycams filmen dürfen, sagte Carlo Maesen von der christlichen Gewerkschaft ACV gegenüber VRT NWS. Die Auswertung müsse zügig und rechtskonform erfolgen, sonst gingen wichtige Hinweise für interne Schutzmaßnahmen und Strafverfahren verloren, so die Gewerkschaften.
Bis vor sechs Jahren, so die Gewerkschaften, habe De Lijn sechs Mitarbeitende für die Bearbeitung solcher Aufnahmen eingesetzt; seither sei die Zahl halbiert worden. Angesichts wiederholter Vorfälle von Aggression gegen Fahrpersonal steige jedoch das Volumen der relevanten Bilder. Verzögerungen bei der Sichtung oder der Weitergabe an die Polizei führten dazu, dass Taten schwieriger nachweisbar seien und Beschäftigte länger ungeschützt blieben.
Nach Angaben von De Lijn werden in Fahrzeugen aufgezeichnete Videos nur nach sicherheitsrelevanten Zwischenfällen ausgelesen. Die Dateien werden in der Regel zehn Tage gespeichert; eine Herausgabe an Ermittlungsbehörden setzt eine Anzeige oder ein entsprechendes Ersuchen voraus. Bei höherem Aufkommen an Fällen kann die knappe personelle Ausstattung dazu führen, dass Fristen verstreichen und Material nicht mehr verfügbar ist – darauf verweisen die Gewerkschaften. De Lijn verweist in ihren Hinweisen für Fahrgäste auf feste Verfahren zum Umgang mit Videoaufzeichnungen.
Die Einführung von Bodycams für Kontrolleure von De Lijn wird politisch vorbereitet und im Vlaams Parlement beraten. Neben praktischen Fragen stehen Datenschutz, Einsichtsrechte und klare Zuständigkeiten im Mittelpunkt. Die Gewerkschaften unterstützen den Einsatz zusätzlicher Technik, verlangen aber verbindliche Abläufe und ausreichende Ressourcen, um die Auswertung rechtssicher zu organisieren.
Ob zusätzliches Personal finanziert wird, entscheidet das Management von De Lijn gemeinsam mit der flämischen Regierung. Ohne Entlastung, warnen die Gewerkschaften, würden operative Teams weiter überlastet und die Verfolgung von Straftaten verlangsamt. Der Vorstoß zielt daher auf eine Lücke zwischen technischer Aufrüstung und administrativen Kapazitäten, die sich mit dem Einsatz von Bodycams weiter vergrößern könnte.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).