Das Unternehmensgericht in Gent hat am Dienstag die Insolvenz des Metallverarbeiters Team Industries in Roeselare eröffnet. Das bestätigte VRT NWS. Ein Übernehmer, der Betriebsteile fortführen und Arbeitsplätze sichern könnte, wurde nicht gefunden. Von der Schließung sind 135 Beschäftigte betroffen; dass die Stellen wegfallen würden, hatte sich bereits in der vergangenen Woche abgezeichnet.
Mit der Verfahrenseröffnung geht die Kontrolle über das Unternehmen auf den Insolvenzverwalter über. Dieser sichert Vermögenswerte, erstellt eine Bestandsaufnahme und prüft, ob eine geordnete Abwicklung, Teilverkäufe oder eine begrenzte Fortführung einzelner Aktivitäten für eine Übergangsphase möglich sind. In Betracht kommen dabei typischerweise der Verkauf von Maschinen, Lagerbeständen oder immateriellen Rechten wie Konstruktionsunterlagen und Kundenlisten. Ob und in welchem Umfang solche Schritte greifen, entscheidet sich im Zuge der Marktabfrage und unter Aufsicht des Gerichts in Gent.
Für die Belegschaft bedeutet der Beschluss, dass Arbeitsverhältnisse enden und Ansprüche auf ausstehende Löhne sowie Abfindungen nach den geltenden Regeln des belgischen Insolvenz- und Sozialrechts abgewickelt werden. Fristen und Modalitäten zu Forderungsanmeldungen werden im weiteren Verfahren festgelegt und bekannt gemacht. Zulieferer und Dienstleister müssen sich auf Verzögerungen oder Ausfälle einstellen; auch für sie gilt, dass Forderungen nur im Rahmen des Verfahrens geltend gemacht werden können.
Team Industries war in Roeselare in der Metallverarbeitung tätig. Die Lage hatte sich seit Wochen zugespitzt: Nach übereinstimmenden Medienberichten liefen Aufträge aus, und es gab keine tragfähige Perspektive für eine Fortführung. Die Suche nach einem Investor blieb ohne Ergebnis – eine zentrale Voraussetzung für jede Sanierungslösung. Mit der nun eröffneten Insolvenz ist der formale Schritt gesetzt, der die Entscheidungsbefugnisse bündelt und den rechtlichen Rahmen für die Abwicklung definiert.
Für Westflandern ist der Produktionsstopp ein spürbarer Einschnitt. Kurzfristig stehen Beschäftigte und Zulieferer unter Anpassungsdruck. Ob sich mittel- bis langfristig Entlastungen ergeben, hängt davon ab, inwiefern Maschinen, Know-how oder Auftragsbeziehungen von anderen Unternehmen in Flandern aufgenommen werden. Öffentliche Arbeitsvermittlungen und Sozialpartner dürften Unterstützungs- und Vermittlungsangebote ausweiten; konkrete Programme wurden bislang nicht genannt. Fest steht: Ohne Übernehmer und mit der eröffneten Insolvenz verlieren 135 Beschäftigte in Roeselare ihre Stellen.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).