Kurzmeldung
In der Nacht des Student Kick‑Off in Gent wurde in der beliebten Ausgehstraße Overpoort ein Test mit farbiger Beleuchtung durchgeführt. Gewerbetreibende und Veranstalter berichteten unmittelbar nach der Veranstaltung von verbesserter Atmosphäre und weniger Gedränge an Ein- und Ausgängen. Die lokale Polizei zog einen vorläufigen Eindruck von einem weitgehend störungsfreien Ablauf und registrierte nach eigenen Angaben nur wenige Zwischenfälle.
Der Versuch ist Teil des zweijährigen Forschungsprojekts „Nudging Down Night Noise“, das die Stadt Gent gemeinsam mit der Stadt Leuven, der Universität Gent und der Katholischen Universität Leuven durchführte. Das Projekt lief von März 2024 bis Juni 2026 und kombinierte Messungen mit Schall-Sensorik, Befragungen und erprobten verhaltenslenkenden Maßnahmen (sogenannte „Nudges“). In den Projektunterlagen betont die Stadt, dass die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen stark vom Kontext abhängt – etwa von Wetter, Besucherzahlen und Straßenzuschnitt.
Stadtverwaltung und beteiligte Forschende weisen darauf hin, dass die positiven Eindrücke der Händler Beobachtungen des Abends sind; belastbare, statistisch gesicherte Kennzahlen zu Lärmpegeln, Aggressions- oder Vorfallzahlen liegen für den Testabend noch nicht vor. Die Auswertung der Sensordaten und der Befragungen soll Aufschluss darüber geben, ob farbige Beleuchtung allein oder nur in Kombination mit weiteren Maßnahmen wie gezielter Polizeipräsenz, betrieblicher Beratung und Kommunikation Wirkung entfaltet.
Händler aus der Overpoort fordern eine rasche Ausweitung der Beleuchtung auf die gesamte Straße, sollten die Auswertungen die positiven Signale bestätigen. Die Stadt weist dagegen auf die Notwendigkeit abgewogener Entscheidungen hin und betont, dass dauerhafte Maßnahmen erst nach detaillierter Analyse beschlossen werden. Ein weitergehender Beschluss über eine flächendeckende Installation steht somit noch aus.
Der Test in der Overpoort reiht sich ein in mehrere europäische Praxisansätze, die das Nachtleben verträglicher machen wollen, ohne seine Anziehungskraft zu verringern. Für Anwohnende, Betreiber und Behörden bleibt entscheidend, dass technische Interventionen immer Teil eines umfassenderen Konzeptes sein müssen.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).