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Gent kürzt Betrieb um 150 Millionen und Investitionen um 400 Millionen

Die Stadt Gent reagiert auf Sparvorgaben der flämischen und föderalen Ebene mit einem verschärften Sparkurs und geringeren Investitionen über zehn Jahre.

Gent hat am 22. Oktober 2026 einen deutlich verschärften Sparkurs angekündigt. Nach Angaben der Stadt Gent sollen die jährlichen Betriebsausgaben schrittweise um bis zu 150 Millionen Euro sinken. Zudem will die Stadt in den kommenden zehn Jahren rund 400 Millionen Euro weniger investieren. Als Anlass nennt die Stadt die jüngsten Einschnitte und Vorgaben der flämischen und föderalen Ebene, die die kommunalen Einnahmen und Spielräume begrenzen.

Der Beschluss knüpft an eine bereits laufende Haushaltsbereinigung an. Im Mehrjahresplan 2026–2031 war seit 2025 ein strukturelles Sparziel von etwa 120 Millionen Euro pro Jahr verankert. Die nun gesetzte Marke von 150 Millionen Euro versteht die Stadt als Anpassung an die verschärften Rahmenbedingungen nach der Septemberverklaring 2026 der flämischen Regierung. Verwaltung und politisches Kollegium verweisen auf geringere Transfers und steigende strukturelle Lasten, die ohne zusätzliche Einschnitte zu einer Verschlechterung der Finanzlage führen würden.

Konkret prüft Gent Personalmaßnahmen, die Bündelung von Dienstleistungen an weniger Standorten und die Priorisierung von Projekten. Erhalt und Sicherheit bestehender Infrastruktur, etwa bei Straßen, Schulen und öffentlichen Gebäuden, sollen Vorrang haben. Neubauvorhaben und Erweiterungen werden hingegen häufiger verschoben oder neu bewertet. Die Stadt will Details im Zuge der anstehenden Budgetkontrolle vorlegen und im Gemeinderat beraten lassen.

Reaktionen fallen kontrovers aus. Gewerkschaften warnen vor Stellenabbau und Qualitätseinbußen in der öffentlichen Dienstleistung. Vertreterinnen und Vertreter der Opposition befürchten Leistungskürzungen bei sozialen Angeboten und steigende Belastungen für Nutzerinnen und Nutzer. Die Stadtführung hält dagegen, der Sparkurs diene der Stabilität: Ohne Korrekturen drohten eine Schwächung der Finanzkraft oder höhere Finanzierungskosten.

Die unmittelbaren Folgen betreffen auch die lokale Wirtschaft: Verschobene Vorhaben können Ausschreibungen im Bau- und Zulieferbereich verringern. Mittel- bis langfristig verschiebt sich die Reihenfolge größerer Stadtentwicklungsprojekte. Der Interessenverband VVSG verweist seit Wochen darauf, dass Kürzungen auf höherer Ebene die kommunale Daseinsvorsorge belasten. Gent ordnet seine Planung ausdrücklich im Lichte der in der Septemberverklaring 2026 skizzierten Linien neu und will im weiteren Verfahren Transparenz über Summen, Zeitpläne und mögliche soziale Abfederungen herstellen.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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