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Generalstaatsanwalt von Lüttich würdigt Anne Thily bei Justizauftakt

Zum Auftakt des Gerichtsjahres in Lüttich hat Generalstaatsanwalt Pierre Vanderheyden am 1. September 2026 der verstorbenen Anne Thily gedacht und zugleich die Lage der Justiz im Zuständigkeitsbereich mit Zahlen für 2025 bilanziert.

Mit einer öffentlichen Sitzung haben der Appellationshof Lüttich und der Arbeitsgerichtshof Lüttich am 1. September 2026 das neue Gerichtsjahr eröffnet. Generalstaatsanwalt Pierre Vanderheyden nutzte den Auftakt, um der am 19. August 2026 verstorbenen Anne Thily zu gedenken. Thily war die erste Frau, die in Belgien das Amt der Generalstaatsanwältin beim Appellationshof Lüttich bekleidete. Vanderheyden würdigte sie als Vorbild für Standhaftigkeit und als Juristin, die sich besonders für Gleichstellung und den Schutz Minderjähriger eingesetzt habe.

Neben der Würdigung legte der Generalstaatsanwalt eine Bestandsaufnahme der Justiz im Zuständigkeitsbereich des Appellationshofs vor, der die Provinzen Lüttich, Namur und Luxemburg umfasst. Er präsentierte Daten für das Jahr 2025 zu neu eingegangenen Verfahren und zur Bearbeitungslage in den Staatsanwaltschaften. Besonderes Augenmerk lenkte er auf Verfahren mit Beteiligung von Minderjährigen und auf ein aus seiner Sicht zu niedriges Anzeigeverhalten bei Diskriminierungsdelikten. Konkrete Fallzahlen und Quoten nannte er in der Sitzung; detaillierte Auswertungen verwies er an die veröffentlichten Jahresberichte der Justizbehörden.

Vanderheyden betonte den Anspruch, die Funktionsfähigkeit der Staatsanwaltschaften im gesamten Zuständigkeitsbereich zu sichern. Zugleich wies er auf strukturelle Engpässe bei Personal und Ressourcen hin, die sich in einer hohen Belastung der Dienste niederschlügen. Laut seinen Angaben liegt die Reaktionsquote der Justiz – also der Anteil von Verfahren mit einer verfolgenden Entscheidung – im Bereich des Appellationshofs Lüttich über dem landesweiten Durchschnitt. Die Spannweite zwischen den einzelnen Standorten bleibe jedoch bemerkbar und erfordere gezielte Steuerung.

Die Rentrée judiciaire ist in Belgien traditionell Anlass für eine Lagebeschreibung der Strafverfolgung und der Rechtsprechung zu Beginn des Arbeitsjahres der Gerichte. In Lüttich war sie in diesem Jahr auch durch das Gedenken an Anne Thily geprägt, deren Karriere unter anderem von leitenden Funktionen im Parquet und ihrer späteren Rolle als Generalstaatsanwältin gekennzeichnet war. Das Präsidium des Appellationshofs und die anwesenden Behördenvertreter schlossen sich der Würdigung an; über die künftige Schwerpunktsetzung der Justiz im Bezirk sollen im Laufe des Herbstes weitere Berichte vorgelegt werden.

Der Auftakt markiert damit beides: eine persönliche Hommage und eine nüchterne Bestandsaufnahme der Justizlage in den Provinzen Lüttich, Namur und Luxemburg – mit deutlichem Hinweis auf Handlungsbedarf bei Ressourcen, Minderjährigenschutz und der Verfolgung von Diskriminierungsdelikten.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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