Wirtschaft

Föderales Planbüro bestätigt: Landwirtschaftsanteil am Lebensmittel-Euro bleibt klein

Neue Berechnungen mit belgischen Input-Output-Tabellen ergeben weiterhin rund 2,5 bis 2,7 Euro landwirtschaftliche Wertschöpfung je 100 Euro Endnachfrage im Agrar-Lebensmittelsektor.

Das Föderale Planbüro in Brüssel hat seine Berechnungen zum sogenannten Lebensmittel-Euro („Euro alimentaire“) mit detaillierten nationalen Input-Output-Tabellen aktualisiert und bestätigt: Von 100 Euro Endnachfrage im Agrar-Lebensmittelsektor entfallen weiterhin nur rund 2,5 bis 2,7 Euro auf unmittelbare landwirtschaftliche Wertschöpfung. Die aktualisierte Auswertung wurde am 14. Oktober 2026 von Le Sillon Belge vorgestellt.

Die Analyse nutzt stärker ausdifferenzierte belgische Daten mit 133 Produktkategorien. Dadurch lassen sich Importanteile, Handelsmargen, Steuern, Dienstleistungen und andere Vorleistungen genauer abbilden. In Rechenläufen für die Jahre 2015, 2020 und 2022 ergeben sich nahezu identische Größenordnungen: jeweils 2,7 Euro (2015 und 2020) sowie 2,5 Euro (2022) pro 100 Euro Endnachfrage. Das Ergebnis gilt damit als zeitlich stabil und steht im Einklang mit früheren europäischen Vergleichen, die ebenfalls nur einen geringen unmittelbaren Landwirtschaftsanteil am Laden- oder Konsumentenpreis feststellen.

Das Föderale Planbüro betont zugleich methodische Grenzen: Die Kennzahl misst die im Inland erzeugte landwirtschaftliche Wertschöpfung innerhalb der gesamten Kette, nicht den Betrag, der einem einzelnen Betrieb am Regalpreis zufließt. Zwischenstufen wie Verarbeitung, Verpackung, Logistik, Handel und Gastronomie sowie Lohn- und Steueranteile prägen die Preisbildung wesentlich mit. Werden Gastronomieleistungen einbezogen, verschiebt sich ein Teil der Wertschöpfung in den Dienstleistungsbereich, weil Restaurantleistungen lokal erbracht werden.

Von Bedeutung ist zudem die Offenheit der belgischen Volkswirtschaft. Ein Teil der hier erzeugten landwirtschaftlichen Wertschöpfung steckt in Zwischen- oder Endprodukten, die exportiert werden und erst im Ausland konsumiert sind. Umgekehrt enthalten auch in Belgien konsumierte Lebensmittel importierte Vorleistungen. Eine rein binnenwirtschaftliche Sicht auf den Lebensmittel-Euro greift daher zu kurz; entscheidend ist die vollständige Verflechtung entlang der internationalen Lieferketten.

Für Politik und Verbände liefert die Bestandsaufnahme eine nüchterne Grundlage, um Maßnahmen entlang der gesamten Kette zu prüfen. Sie legt nahe, dass Eingriffe, die allein am Erzeugerpreis ansetzen, die breit verteilte Wertschöpfung nur begrenzt erreichen. Relevante Ansatzpunkte liegen auch bei Effizienz, Wettbewerb und Transparenz in Verarbeitung, Logistik und Handel. Weiterführende Fragen betreffen die geografische Zuordnung der in Belgien geschaffenen Wertschöpfung sowie Unterschiede zwischen inländischem Verbrauch und Exportströmen. Konkrete Wirkungen einzelner Politiken werden von der Studie nicht bewertet und bleiben empirischer Folgebewertung vorbehalten.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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