Erstmals liegt die Einäscherungsquote in Flandern über 80 Prozent. Darauf verweist VRT NWS zum Allerheiligentag unter Berufung auf aktuelle Angaben aus der Branche und amtliche Statistiken. In Brüssel und in Wallonien ist die Erdbestattung weiterhin deutlich häufiger, auch wenn die Einäscherungszahlen dort ebenfalls steigen.
Die Entwicklung in Flandern setzt einen langjährigen Trend fort. Daten des belgischen Statistikamts Statbel zeigen seit mehr als einem Jahrzehnt einen kontinuierlichen Zuwachs der Einäscherungen; bereits 2024 lag die Quote in Flandern knapp unter 80 Prozent. Branchenberichte und kommunale Träger bestätigen, dass die Nachfrage 2026 weiter zunahm. Belastbare, endgültige Jahreswerte liefert Statbel in der Regel mit zeitlichem Verzug; die nun gemeldete Marke stützt sich daher auf eine Kombination aus vorläufigen amtlichen Daten und konsolidierten Angaben der Krematorien.
Die regionalen Unterschiede bleiben markant. In Brüssel und in Wallonien wird häufiger eine Erdbestattung gewählt. Als Gründe nennen Fachleute unterschiedliche kulturelle Präferenzen, das Verhältnis von städtischen und ländlichen Räumen, religiöse Bindungen sowie die örtliche Verfügbarkeit von Krematoriumskapazitäten. Gleichwohl berichten auch wallonische Träger über steigende Einäscherungsanteile, wenn auch von niedrigerem Ausgangsniveau als in Flandern.
Politisch und administrativ wirft der Trend praktische Fragen auf. Im Vlaams Parlement wurden 2026 in Fachausschüssen Preisunterschiede zwischen Krematorien, Kapazitätsplanung und die Rolle kommunaler Träger thematisiert. Zudem gingen an das Agentschap Binnenlands Bestuur Nachfragen zu Transparenz der Tarife und möglichen Mengeneffekten ein. Kommunen passen parallel ihre Infrastruktur an – von Urnenwänden und Streuwiesen bis zur Bewirtschaftung klassischer Friedhöfe –, um dem veränderten Bedarf gerecht zu werden.
Auch umwelt- und gesundheitspolitische Aspekte stehen auf der Agenda. Dabei geht es um Emissionen aus Krematorien, technische Modernisierung und künftige Alternativen. Aussagen über die weitere Entwicklung der Quoten sind Prognosen und von gesetzlichen, technischen und kulturellen Faktoren abhängig. Die hier genannten Werte beziehen sich auf belegte, aktuelle Entwicklungen in Flandern; weiterführende amtliche Detailzahlen folgen üblicherweise in den Jahrespublikationen von Statbel.
Mit dem Überschreiten der 80-Prozent-Marke wird Allerheiligen vielerorts sichtbarer anders begangen: Der traditionelle Friedhofsbesuch bleibt verbreitet, doch Urnenfelder und alternative Gedenkorte prägen das Bild zunehmend – besonders in Flandern.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).