Die Vlaamse Regering hat am 19. August 2026 eine Konzeptnota gebilligt, die eine integrierte Bewertung und den einheitlichen Nachweis der Energie- und Materialleistung von Gebäuden in Flandern vorbereitet. Kern des Beschlusses ist der gemeinsame Auftrag an die Openbare Vlaamse Afvalstoffenmaatschappij (OVAM) und das Vlaams Energie- en Klimaatagentschap (VEKA), technische und organisatorische Grundlagen für ein zusammengeführtes Meldesystem zu erarbeiten. Ziel sind administrative Vereinfachung, durchgängige Digitalisierung und eine abgestimmte Steuerung beider Politikfelder.
Die Konzeptnota skizziert insbesondere: ein einheitliches Nachweisdokument für Bauherrinnen, Planer und Behörden; die digitale Verknüpfung bestehender Instrumente – namentlich der OVAM‑Anwendung TOTEM zur Ermittlung der Materialleistung und der Energiezertifikatsdatenbank des VEKA (EPC) – sowie eine gemeinsame Datenarchitektur zur Vermeidung doppelter Meldungen. Zuständigkeiten werden auf Ebene der flämischen Region und der beteiligten Agenturen präzisiert; die Schnittstellenkoordination zwischen den Systemen liegt bei VEKA, der Betrieb der Materialleistungsdatenbank bei OVAM.
Rechtlicher Hintergrund ist die europäische Gebäudeenergiepolitik (EPBD), die eine stärkere Ausrichtung auf Energieeffizienz und Lebenszykluswirkungen von Bauwerken verlangt. In Flandern wird hierzu die Einführung eines Materialleistungsniveaus (M‑peil) vorbereitet. Die nun beschlossene Konzeptnota legt den Rahmen, setzt aber noch keine abschließenden Fristen, Sanktionsmechanismen oder Detailpflichten fest. Solche Elemente sollen in nachfolgenden Dekretsentwürfen und Ausführungsbestimmungen konkretisiert werden; darüber hinaus sind technische Spezifikationen für die IT‑Anbindung von TOTEM und EPC auszuarbeiten.
Die Vorlage schließt an bestehende Kooperationen zwischen den Behörden an: OVAM und VEKA tauschen bereits gemäß einem 2022 geschlossenen Protokoll Daten zu Gebäude- und Zertifikatsinformationen aus; die neue Datenarchitektur hebt diese Zusammenarbeit auf eine systematische Ebene. Parlamentarische Ausschussberatungen zum M‑peil und zum Materialendecreet der vergangenen Jahre liefern den fachlichen Unterbau, auf den die weiteren Dekretsentwürfe aufsetzen können. Für die betroffenen Akteure bedeutet der Ansatz ein klareres Regelbild: ein einheitliches Nachweisdokument, konsistente Begriffe und ein Abgleich von TOTEM‑ und EPC‑Daten sollen Doppelaufwand reduzieren und die Nachvollziehbarkeit gegenüber Aufsicht und Prüfinstanzen erhöhen. Bis zum Inkrafttreten künftiger Regeln bleiben die bestehenden Verfahren in Flandern unverändert; Änderungen werden erst mit Beschluss durch das Vlaams Parlement und nachgeordneten Ausführungsbestimmungen wirksam. Die Regierung kündigt eine stufenweise Umsetzung mit begleitender Qualitätssicherung an; konkrete Vorschläge dazu folgen im Zuge der Ausarbeitung der rechtlichen und technischen Details.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).