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Flandern prüft Bogenjagd auf Wildschweine – Minister Brouns holt Gutachten ein

Nach Schäden durch Wildschweine in Limburg lässt der flämische Umweltminister Jo Brouns prüfen, ob die Jagd mit Pfeil und Bogen in Siedlungsnähe zugelassen werden kann.

Der flämische Umweltminister Jo Brouns (CD&V) hat am 28. September 2026 Fachleute um eine Einschätzung gebeten, ob die Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen in bestimmten Situationen erlaubt werden sollte. Auslöser sind zahlreiche Meldungen über umgepflügte Gärten und Felder in den Gemeinden Beringen und Houthalen-Helchteren in der Provinz Limburg. Die Hubertus Vereniging Vlaanderen hatte erneut gefordert, die Bogenjagd als zusätzliche Methode einzusetzen, insbesondere nahe Wohngebieten, in denen der Einsatz von Schusswaffen häufig eingeschränkt ist.

Der aktuelle Prüfauftrag zielt laut Beteiligten auf drei Punkte: rechtlicher Rahmen, öffentliche Sicherheit und Wirksamkeit im Vergleich zur herkömmlichen Kugeljagd. Befürworter argumentieren, moderne Bögen seien präzise und leise; mit streng geregelter Ausbildung, Materialstandards und klaren Sicherheitszonen könne die Methode eine Lücke im Bestandsmanagement schließen. Gegenübergestellt werden Bedenken zur Tierschutzkonformität, zu Risiken in dicht bebauten Räumen und zur praktischen Durchsetzbarkeit von Sicherheitsauflagen.

In der Sache ist die Zuständigkeit klar regional: Jagdrecht und -praxis liegen in Flandern, die Umsetzung vor Ort bei Jagdausübungsberechtigten und Gemeinden. Sollte aus der fachlichen Beratung eine Empfehlung hervorgehen, wären präzise Regeln nötig – von Qualifikationsnachweisen für Jägerinnen und Jäger über Mindestanforderungen an Ausrüstung und Pfeilfang bis hin zu Veröffentlichungs- und Meldepflichten bei Einsätzen nahe von Wohngebieten. Ebenso zu klären wären Kontrollmechanismen, die Rolle der Aufsicht und das Verhältnis zu bestehenden Abschussplänen.

Wissenschaftliche und behördliche Analysen verweisen darauf, dass der Umgang mit Wildschweinen im urbanen und peri-urbanen Raum mehrgleisig erfolgen muss. Als Basisinstrumente gelten Zäunungen an sensiblen Flächen, Anreize zur Abfall- und Futterquellenreduktion, systematisches Monitoring und abgestimmte Abschusspläne. Studien bewerten die Wirksamkeit der Bogenjagd uneinheitlich; ihre Eignung hängt von Gelände, Schusswinkeln, Sichtlinien und Sicherheitsabständen ab. Landwirtschaftsverbände fordern rasche Abhilfe bei Schäden, während Naturschutzorganisationen auf ein integratives Management und belastbare Evidenz pochen.

Mit dem Einholen des Gutachtens setzt die Flämische Regierung einen formalen Schritt in einem politisch sensiblen Feld. Konkrete Pilotprojekte oder Rechtsänderungen sind nicht angekündigt. Weitere Entscheidungen sollen nach Vorliegen der Expertise und in Abstimmung mit betroffenen Gemeinden und der Provinz Limburg fallen. Ob und in welchem Rahmen die Bogenjagd Teil des Werkzeugkastens für das Wildschweinmanagement wird, bleibt damit vorerst offen.

Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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