Flanderns Behörden haben am 27. September ein Prüfprogramm für die Rohrschnecke Buisvijzel vorgestellt. Ziel ist es, die Eignung der geschlossenen Schneckenpumpe für die Sanierung veralteter Pumpwerke zu belegen. Das Vorhaben umfasst numerische Modellierung, Versuche an einem maßstäblichen physikalischen Modell und einen Einbau zu Demonstrationszwecken in ein bestehendes Pumpwerk in Westflandern.
Tragende Partner sind das Departement Mobiliteit en Openbare Werken, die Provinz Westflandern und die Westkustpolder. Das Projekt wird im Rahmen des Programma Innovatieve Overheidsopdrachten vorbereitet. Die Behörden reagieren damit auf einen hohen Erneuerungsbedarf an Pumpwerken und auf die bislang fehlende, marktreife Validierung der Technologie. Bisher wurde die breite Einführung der Buisvijzel durch zersplitterte Zuständigkeiten und unzureichende Nachweise gebremst.
Die Buisvijzel ist eine in einem geschlossenen Rohr laufende Schnecke zur Wasserförderung. Erwartet werden geringerer Energieverbrauch, niedrigere Lärmemissionen und eine höhere Fischverträglichkeit im Vergleich zu konventionellen Systemen. Ältere Untersuchungen hatten gemischte Befunde zur Fischverträglichkeit geliefert und die Notwendigkeit standardisierter Tests unter realistischen Bedingungen betont. Mit dem jetzt vorgelegten Prüfprogramm soll diese Lücke systematisch geschlossen werden.
Die angekündigten Untersuchungen konzentrieren sich auf hydraulische Leistungsdaten wie Durchfluss und Wirkungsgrad, auf Schwingungen und mögliche mechanische Schäden, auf Lärmpegel sowie auf die ökologische Wirkung auf die Fischfauna. Die Ergebnisse aus Modellierung und Maßstabsversuch sind laut Projektangaben Voraussetzung für eine spätere Ausschreibung und einen belastbaren Feldtest in Westflandern. Für die praktische Erprobung stellt die Provinz Westflandern die regionale Koordination sicher; die Westkustpolder bringen Betreiberwissen und Standorte ein.
Folgen und Interessenlage: Bestätigen die Tests die erhofften Vorteile, könnten anstehende Sanierungen von Pumpwerken in Flandern energieeffizienter und fischfreundlicher umgesetzt werden. Eine breitere Einführung würde jedoch abgestimmte Beschaffungs- und Wartungsstrategien über mehrere Verwaltungsebenen hinweg erfordern, was zusätzliche Zeit und Ressourcen bindet. Verlässliche Aussagen zu Kosten, Wirksamkeit und Umweltauswirkungen sind erst nach Abschluss der Modell- und Feldversuche möglich. Die heute vorgelegten Angaben sind Planungsstand und treffen keine Vorentscheidung über einen flächendeckenden Rollout.
Redaktion: Länderblick (Artikel mit KI-Unterstützung).